Übergriff
Mann bedroht Mädchen in Berliner Kita mit Messer
Ein offenbar psychisch Kranker drang in die Spandauer Kita ein. Das Kind entkam unverletzt. Es handelt sich nicht um einen Einzelfall.
Ein gefährlicher Zwischenfall in einer Berliner Betreuungseinrichtung für Kinder sorgt unter Schülern und Eltern erneut für Aufruhr. In der Spandauer Kindertagesstätte Waldgeister hat ein Mann eine neun Jahre alte Schülerin mit einem Messer bedroht. Das Mädchen konnte flüchten und blieb unverletzt.
Wie die Polizei mitteilte, ereignete sich der Vorfall bereits am Donnerstagmittag. Der Täter konnte nach Angaben eines Sprechers gefasst werden. Es handelt sich um einen 39-jährigen , offenbar verwirrten Mann. Noch am Freitag sollte er von einem Amtsarzt untersucht und in einer psychiatrischen Anstalt untergebracht werden.
Die Neunjährige hatte am Donnerstag ihre Handschuhe in einer an der Hakenfelder Straße gelegenen Kita mit Ganztagsbetreuung liegen lassen, berichtete der Leiter der Einrichtung, George Dunn, der Berliner Morgenpost. Als das Kind gegen 13.10 Uhr zu dem Haus lief, um seine Handschuhe zu holen, sei es dem Täter begegnet. Der 39-Jährige hatte sich offenbar unbemerkt auf das Gelände der Kita geschlichen. Als er das Mädchen sah, soll er ihm ein Messer gezeigt haben. So berichtete es die Neunjährige später der Polizei.
Täter flüchtet in Schule
Die Kleine flüchtete sofort. Auf dem Weg zum Kita-Leiter traf das Mädchen den Vater eines anderen Kindes und bat ihn um Hilfe. Gemeinsam informierten sie George Dunn, der sofort die Polizei alarmierte. In der Zwischenzeit hatte der Täter das Gelände verlassen. Er flüchtete in eine benachbarte Schule, wo er nach Angaben von Dunn vom Hausmeister gestellt und festgehalten wurde. Nach fünf Minuten sei die Polizei eingetroffen und habe den Mann festgenommen. "Ich bin froh, dass die Beamten so schnell da waren und dass dem Mädchen nichts Schlimmeres passiert ist", sagte Dunn. Die Neunjährige sei später von ihren Eltern abgeholt worden. Sie sei geschockt, ansonsten aber unversehrt gewesen.
Es ist nicht der erste Vorfall, bei dem ein Schüler von einem Erwachsenen auf dem Gelände einer Betreuungseinrichtung bedroht wird. Anfang November gab es an einem Tag gleich zwei ähnliche Taten. In einem der Fälle bedrohte der Täter die Schüler ebenfalls mit einem Messer. Wie bei dem Zwischenfall am Donnerstag nutzte auch er einen Moment, in dem sich die Opfer von ihren Mitschülern entfernten. Ein sieben Jahre alter Junge und seine achtjährige Mitschülerin der Grundschule am Hohen Feld in Karow verließen damals für kurze Zeit den Unterricht, um auf dem Schulhof Müll wegzubringen. An den Mülltonnen tauchte plötzlich ein maskierter Mann auf und bedrohte sie mit einem Messer. Die Polizei glaubte den Aussagen der Kinder und leitete ein Ermittlungsverfahren wegen Bedrohung und Hausfriedensbruch ein.
Merkwürdiger Vorfall in Schultoilette
Am selben Tag kletterte ein anderer Täter durch einen kaputten Zaun auf das Gelände der Heinrich-Seidel-Grundschule an der Ramlerstraße in Gesundbrunnen. Laut Polizei pöbelte er auf dem Schulhof mehrere Schüler an. Als die Lehrerin hinzukam, beschimpfte und beleidigte der Täter auch sie. Bevor die Polizei eintraf, konnte der Mann flüchten.
Nicht nur in diesen Fällen ermittelt die Polizei, sondern auch immer noch wegen eines merkwürdigen Geschehens an der Hermsdorfer Gustav-Dreyer-Schule. Dort besuchten an einem Tag im Juni zwei Schülerinnen die Toilette, wo sie unter einer Kabinentür Männerschuhe gesehen haben wollen. Die Mädchen rannten daraufhin schreiend ins Freie. Der Mann habe ihnen noch etwas hinterhergerufen. Die Polizei nahm auch diesen Fall ernst, sicherte Spuren am Tatort und leitete ein Verfahren wegen Hausfriedensbruch ein. Eine heiße Spur haben die Ermittler bisher jedoch nicht.
















