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12.05.09

Spandau

150 Feuerwehrleute löschen Großbrand bei Siemens

Die Feuerwehr hat den Großbrand bei Siemens am Nachmittag unter Kontrolle gebracht. Dort hatte eine Metallverarbeitungs-Halle mit Chemikalien in Flammen gestanden. Und es gab auch Verletzte. Die Feuerwehr sieht bisher keine Gefahr für die Umwelt.

Wegen eines Chemiebrands in einem Siemens-Werk in Spandau sind am Dienstag 1000 Mitarbeiter des Unternehmens evakuiert und vorzeitig nach Hause geschickt worden. Drei Feuerwehrleute wurden leicht verletzt, zwei von ihnen erlitten Verätzungen. Eine Gefahr für die Bevölkerung bestand nicht. Über Spandau war zwei Stunden lang eine Rauchsäule zu sehen. Die Feuerwehr war mit rund 150 Männern im Einsatz.

Das Feuer brach am Dienstagmittag gegen 12.30 Uhr in Halle 2 der Galvanik-Abteilung des Werkes an der Nonnendammallee aus. In dem 150 Meter langen Flachbau werden Metalle in chemischen Bädern gereinigt und beschichtet. Nach Angaben von Siemens-Sprecher Harald Prokosch haben vermutlich zwei Ölwannen aus bislang ungeklärter Ursache Feuer gefangen.

"Die Flammen erfassten innerhalb kurzer Zeit die Dachkonstruktion des zweigeschossigen Gebäudes", sagte Stephan Fleischer, Sprecher der Feuerwehr. Die Einsatzkräfte versuchten, den Brand mit Löschschaum zu ersticken. Durch die starke Rauchentwicklung seien sie aber behindert worden. "Wir haben mehrere Messfahrzeuge im Einsatz, die ständig die Luftqualität überwachen", so Fleischer weiter.

Einen Tag nach dem Brand hieß es, das Feuer sei höchstwahrscheinlich durch einen technischen Defekt entstanden. Ein Brandkommissariat habe fahrlässige oder vorsätzliche Brandstiftung ausgeschlossen, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch. Die Ermittlungen dauerten allerdings noch an, fügte er hinzu.

Der Notfallplan des Unternehmens hat nach Angaben des Siemens-Sprechers gut funktioniert: Die Arbeiter sammelten sich nach Ausbruch der Flammen an sicheren Punkten auf dem Betriebsgelände. "Mitarbeiter sind nicht verletzt worden, alle Kollegen wurden rechtzeitig evakuiert", sagte Prokosch. Zeugen hingegen berichteten, dass in angrenzenden Hallen erst elektrischer Alarm ausgelöst wurde, als man die Werkstätten bereits nach einer mündlichen Feuermeldung verlassen hatte.

Zur Höhe des entstandenen Sachschadens machte ein Siemenssprecher am Mittwoch keine Angaben. Er teilte mit, dass die Frühschicht an einem anderen Ort eingesetzt worden sei. Die in der Halle befindlichen Reste des Schaums, mit dem die Flammen bekämpft worden waren, wurden zunächst mit Drainagen abgeleitet. Es bestehe keine Gefahr, dass Schadstoffe in die Umwelt entweichen. Das Gebäude bleibe bis auf weiteres gesperrt. Über einen Wiederaufbau der für die Produktion wichtigen Halle werde derzeit beraten, fügte der Sprecher hinzu.

Das Werk ist nach Unternehmensangaben das größte Schaltgerätewerk der Welt. Es werden Schalt-, Steuer- und Regelsysteme für Anlagen der Nieder- und Hochspannungstechnik produziert.

Quelle: mit dpa
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