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Mitte

Kinder erhalten Auszeichnung für Film über Mauerzeit

Früh haben sie mitbekommen, dass ihr Spielplatz ein historischer Ort ist: Sieben zehn- und elfjährige Kinder aus Mitte haben einen Film gedreht über die Bernauer Straße, die Umgebung, in der sie täglich spielen. Sie sind der Frage nachgegangen, wie das Leben dort aussah, als die Mauer noch stand – und wurden ausgezeichnet.

Es gibt einen Platz für junge Helden. Für Mädchen und Jungen, die sich für etwas einsetzen wollen. Sie können ein Team um sich sammeln und ihre Ideen in die Tat umsetzen, und im Internet (www.platz-fuer-helden.de) darüber informieren. "Platz für Helden" ist ein Gemeinschaftsprojekt von Ki.Ka, NDR und der ARD-Fernsehlotterie "Ein Platz an der Sonne". Besonders spannende Vorhaben erhalten die Auszeichnung "Heldenplatz".

Das von Jonas, Lina, Dennis, Sarah, Jacob, Morris und Hannah aus der Grundschule am Arkonaplatz in Mitte gehört dazu. Die Zehn- und Elfjährigen wohnen im Umfeld der Bernauer Straße. Sie spielen heute dort, wo früher Todesstreifen und Mauer waren. Wie sah das Leben damals aus? Dieser Frage wollten die Kinder nachgehen. Unterstützt vom Verein Kulturgymnastik, sind sie mit Kamera und Mikrophon durch Bernauer und Brunnenstraße gezogen. Sie haben recherchiert, Anwohner befragt und die Gedenkstätte an der Bernauer Straße besucht. Entstanden ist ein zehn Minuten langer Dokumentarfilm über die Suche nach der Vergangenheit. Sein Thema: "Alltag im Todesstreifen". Prominenter Gesprächspartner der Kinder ist Jörg Hildebrandt, Ehemann der 2001 verstorbenen SPD-Politikerin Regine Hildebrandt. Er erzählt im Film, wie er den Bau der Mauer erlebte, wie der Stacheldraht ausgerollt wurde, und wie er und seine Frau 1985 die Sprengung der Versöhnungskirche nahe der Bernauer Straße beobachteten.

Für den Dokumentarfilm haben die Kinder jetzt das so genannte Platz-für-Helden-Banner bekommen, außerdem T-Shirts und Urkunden. "Es hat Spaß gemacht", sagt Sarah über das Projekt. "Wir haben lange gebraucht, bis wir die Zwischentexte für den Film hatten", erzählt Jonas. Befragt nach einer Fluchtmöglichkeit, schlägt Hannah vor: "Ich hätte einen Ballon gestartet und wäre über die Mauer geflogen." Und Dennis nennt es "eine ganz schreckliche Vorstellung", wenn er plötzlich von seinen Freunden oder Verwandten durch eine Mauer getrennt wäre.

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