Kino-Denkmal
Boulevard der Stars am Potsdamer Platz
Hollywood lässt grüßen: Berlin baut sich jetzt mit dem "Boulevard der Stars" einen "Walk of Fame" nach dem weltbekannten Vorbild in den USA. Auf dem Mittelstreifen der Potsdamer Straße am Potsdamer Platz sollen deutsche Filmlegenden geehrt werden. Wer zu den Auserwählten gehört, ist noch unklar.
Von Stefan Schulz
Die Berlinale ist zu Ende, doch der Glamour soll ein wenig bleiben: Auf dem Mittelstreifen am Potsdamer Platz entsteht bald ein deutscher Boulevard der Stars. 2009 soll es soweit sein. Der Senat teilte am Dienstag mit, dass die seit 2004 verfolgte Idee nun Wirklichkeit werden soll.
Für eine Million Euro Anschubfinanzierung werde ein Entwurf der britischen Architektin Zaha Hadid realisiert. Das Bezirksamt Mitte übernimmt die Trägerschaft und wird die Baumaßnahme durchführen. Der Förderkreis des Museums für Film und Fernsehen ist für die inhaltliche Gestaltung des Berliner "Walk of Fame" verantwortlich.
Initiator Gero Gandert, Vorstandsmitglied des Förderkreises, zeigte sich am Dienstag hoch erfreut und dankbar, dass der Senat das Projekt jetzt möglich macht. "Ich habe am Anfang eine persönliche Intuition gehabt. Ich habe mich um Nachlässe deutscher Filmemigranten bemüht. Es wäre ein Wunsch von mir, Billy Wilder, Marlene Dietrich und Fritz Lang zu ehren."
Konzept stammt von Star-Architektin Zaha Hadid
Entscheiden soll dies aber eine Jury, die sich aus verschiedenen Filminstitutionen zusammensetzen soll. Unklar ist, wie viele Personen zunächst geehrt werden. Das sei auch abhängig von den finanziellen Mitteln, so Gandert. Namen wie Rainer Werner Fassbinder, Hanna Schygulla, Hildegard Knef, Michael Ballhaus oder Maria Schell könnten dabei sein. "Personen aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Film aus dem deutschen Sprachraum", sagt Gandert.
Der künstlerische Entwurf kommt von Zaha Hadid. In ovalen Elementen aus Terrazzobeton sollen die Namen der Stars eine elliptische Spirale auf dem Boden zieren. Die Installation soll dann von unten beleuchtet werden. Das geplante Projekt auf dem Gehweg der Potsdamer Straße sei nicht umzusetzen gewesen, weil zahlreiche andere Leitungen dies behinderten, die im Havariefall zugänglich sein müssen.
Auf dem Mittelstreifen habe diese Gefahr nicht bestanden, teilte die Senatsstadtentwicklungsverwaltung mit. Auch ein anderes Hindernis fiel weg: Die ursprünglich von Senator Peter Strieder (SPD) auf dem Mittelstreifen geplante Straßenbahn wird nun tatsächlich doch nicht mehr kommen.
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