Weihnachten

Am Gendarmenmarkt ist schon Weihnachten

Noch sind es sieben Wochen bis Heiligabend. Doch am Gendarmenmarkt in Mitte steht jetzt schon der erste Weihnachtsbaum.

Mit einem Kran wird der Weihnachtsbaum auf dem Gendarmenmarkt aufgestellt

Mit einem Kran wird der Weihnachtsbaum auf dem Gendarmenmarkt aufgestellt

Foto: dpa

Am Dienstag stand die 29 Meter hohe und fast 50 Jahre alte Fichte noch beim Angelverein SAV Süd in Wannsee, jetzt schmückt sie den Gendarmenmarkt. Ein Meter kürzer und anderthalb Meter tief in der Erde. Das Grundstück des Vereins sei für den großen Baum zu klein geworden.

Auf dem Gendarmenmarkt beginnen am Montag die Aufbauten für den Weihnachtsmarkt. Der mit 100.000 Lichtpunkten und mehr als 1000 Spiegelkugeln geschmückte Baum inmitten der prachtvollen Kulisse zwischen Französischem und Deutschem Dom soll wieder Berliner und Besucher aus aller Welt erfreuen. 2015 besuchten 850.000 Gäste den "Weihnachtszauber Gendarmenmarkt", der am 21. November um 18 Uhr eröffnet wird.

Ein Tieflader hatte den gefällten Baum mit einer Sondergenehmigung über die Avus nach Mitte gebracht, wo er liegend die Nacht vor dem Hotel Hilton verbrachte und Mittwochfrüh abgeladen wurde. Das Team um Gärtner Sascha Müller sorgte schließlich dafür, dass der Baum in einer 1,50 Meter großen Hülse steckte und fachmännisch verkeilt wurde. Schon beim Fällen hatten die Gärtner mit Sicherungsgurten dafür gesorgt, dass der 5,2 Tonnen schwere Baum keinen Schaden nimmt. Durch die Nacht auf dem Lkw sehen die Äste auf einer Seite noch etwas gedrückt aus. "Das hängt sich noch aus", sagt Weihnachtsmarkt-Organisator Helmut Russ. Rund 10.000 Euro hätten das Fällen und der Transport des Baumes gekostet.

220-Tonnen-Kran hebt Baum

Dieses Mal sei es etwas komplizierter als sonst gewesen, so Russ, weil der zu fällende Baum fast 50 Meter von der Straße entfernt war. "Wir brauchten einen 220-Tonnen-Kran mit einem langen Ausleger, um den Baum zu heben", sagt Russ am Mittwoch auf dem Gendarmenmarkt, als der Weihnachtsbaum steht und die Unternehmen sich verabschiedet haben.

Er ist zufrieden mit dem Ergebnis. Der Baum hat ein kleines Loch, weil in der Nähe ein anderer Baum stand. Doch wenn er erst einmal geschmückt ist, wird das wohl nicht mehr ins Gewicht fallen. "Die Schokoladenseite steht zur Markgrafenstraße hin, aus der die meisten Menschen kommen werden", so Russ.

Der 65-Jährige organisiert den Weihnachtsmarkt auf dem Gendarmenmarkt bereits seit 2003. Und immer noch mit Leidenschaft. Dazu gehört auch, dass er zum Schluss der Baumaktion selbst noch zum Besen greift, um einen von Sägespänen und Tannengrün gesäuberten Gendarmenmarkt zu hinterlassen. Am meisten Spaß macht ihm, wie er sagt, der technische Aufbau für den Markt. Das Zusammenspiel, bei dem alles Hand in Hand gehen muss, damit logistisch alles klappt. Wasser, Strom, Beleuchtung – alles muss für den Weihnachtsmarkt organisiert werden.

Dass der Baum in diesem Jahr ein paar Tage früher aufgestellt wurde, liegt daran, dass das Unternehmen Lex, mit dem Russ seit 13 Jahren gut zusammenarbeitet, am Freitag keine Termine mehr frei hatte. Für Russ kein Problem. Hauptsache der Baum steht bevor die Zelte aufgebaut werden. Nur bei den ersten Märkten sei er zum Schluss aufgestellt worden. Schnell sei klar gewesen, dass es vor dem Aufbau sinnvoller sei.

Mit dem Eintritt wird auch das Bühnenprogramm finanziert

Im Gegensatz zu anderen Weihnachtsmärkten wird auf dem Gendarmenmarkt ein Euro Eintritt gezahlt. Nur die Mittagszeit (11 bis 14 Uhr) ist frei. Von diesem Eintritt werden 100.000 Euro gespendet. Ein Ausschuss mit dem Bezirksbürgermeister und Stadträten soll wieder entscheiden, welcher Verein oder welche gemeinnützige Einrichtung das Geld erhält. Von dem restlichen Geld werden Ausgaben finanziert. Ein Hauptteil geht ins Bühnenprogramm, wie Russ sagt, auch Sicherheits- und Einlasskräfte würden dadurch bezahlt.

Lesen Sie mehr zum Thema Weihnachtszeit in Berlin:

Von vegan bis schwedisch: Über 60 Weihnachtsmärkte in Berlin

Berlins ältester und geschichtsreichster Weihnachtsmarkt

Schwedisches Weihnachten auf dem Lucia-Markt in Berlin

Zur Startseite
© Berliner Morgenpost 2017 – Alle Rechte vorbehalten.