Untersuchungsausschuss

Müller sieht keinen Baupfusch an der Berliner Staatsoper

Seit 2010 wird das Opernahus saniert, die Wiedereröffnung musste immer wieder verschoben worden. Nun äußerte sich der Regierende.

Fr, 29.01.2016, 20.24 Uhr

Bei der Sanierung der Berliner Staatsoper hat es nach Einschätzung des Regierenden Bürgermeisters Müller (SPD) keinen Baupfusch gegeben. Müller sagte am Freitag im Untersuchungsausschuss des Abgeordnetenhauses zur Staatsoper, die Bauverwaltung habe keine Fehler gemach.

Video: Rundfunk Berlin-Brandenburg
Beschreibung anzeigen

Die Probleme bei der millionenschweren Sanierung der Berliner Staatsoper sind nach Ansicht von Regierungschef Michael Müller (SPD) nicht auf "Baupfusch" zurückzuführen. "Da gibt es andere Baustellen, wo wir so was haben. Bei der Oper nicht", sagte Müller am Freitag im Untersuchungsausschuss des Abgeordnetenhauses. Müller war von 2011 bis 2014 Senator für Stadtentwicklung. Er bewertete es im Rückblick kritisch, dass gleichzeitig gebaut und geplant wurde.

>>>Kommentar: Berlin blamiert sich mit der Staatsoper schon wieder

Das war bereits vor seiner Amtszeit entschieden worden. "Aus heutiger Sicht kann man sagen: Das ist nicht gut gestartet worden", sagte Müller. Er räumte ein, es habe auch Schwierigkeiten bei der Abstimmung mit der Kulturverwaltung gegeben. Es sei mitunter schwierig gewesen für Senatsbaudirektorin Regula Lüscher und Kulturstaatssekretär André Schmitz, geschlossen der Opernstiftung gegenüber zu treten, sagte er.

Die Staatsoper wird seit 2010 saniert, die Wiedereröffnung ist auf 2017 verschoben. In dem Haus am Boulevard Unter den Linden wird zum Beispiel die Decke um mehrere Meter angehoben, damit die Musik länger nachklingt. Das hatte sich Dirigent Daniel Barenboim gewünscht. Auch ein unterirdischer Tunnel wird gebaut. Die Kosten stiegen von etwa 239 Millionen Euro auf geschätzt 400 Millionen Euro. Der Ausschuss soll klären, wer für diese Entwicklung verantwortlich ist.

Müllers Aussage, es habe keinen Baupfusch gegeben, halte sie für eine "steile These", kritisierte die Grünen-Politikerin Sabine Bangert. "Es wurde wirklich nicht sorgfältig geplant." Es offenbare sich einmal mehr die "organisierte kollektive Verantwortungslosigkeit". SPD und CDU teilten zur Vernehmung ihres Regierungschefs dagegen mit, Müller habe als Bausenator in dem Projekt "aufgeräumt".

Der Ausschussvorsitzende Wolfgang Brauer (Linke) sagte, Müller habe den Schluss gezogen, dass man ein kompliziertes Bauverfahren erst anfangen dürfe, wenn man zu Ende geplant habe. "Das war richtig." Er habe auch an die Kontrollpflichten des Parlaments erinnert. "Und da müssen wir uns fragen, ob das Abgeordnetenhaus von Berlin hier nicht doch zu lange all zu blauäugig diesen Bauprozess begleitet hat."

Zur Startseite