Naturschutz
Wasserskianlage am Elsensee sorgt für Kritik
Der jahrelange Streit um den Bau der ersten Berliner Wasserskianlage und eines Freibades am Kaulsdorfer Elsensee nimmt kein Ende. Das Bezirksamt wirft der Investorin Gesine Dettmann einen Vorstoß gegen das Berliner Naturschutzgesetz vor.
Von Ingo Rössling
In einer Erklärung heißt es, am Nordufer sei auf einer Fläche von 3000 Quadratmetern jegliche Vegetation beseitigt worden und nur ein Weiden-Gürtel verblieben. Die Arbeiten waren Mitte Januar ohne Genehmigung ausgeführt und vom Natur- und Umweltamt sofort untersagt worden. Lüdtke sagt jetzt: "Eine genaue rechtliche Prüfung der Verstöße braucht Zeit."
Gesine Dettmann sagt hingegen: "Wir haben nur Aufräumarbeiten gemacht und Wege freigeschnitten, was nach acht Jahren mal wieder fällig war." Ihr gehört ein 15 Hektar großes Seeareal. In den 900 Meter langen Trendsport-Rundkurs und das Bad sollen mehr als eine Million Euro investiert und 20 Arbeitsplätze geschaffen werden. Dettmann betreibt einen Wasserski- und Wakeboardlift im brandenburgischen Ruhlsdorf. Sie werde sich nicht von dem Kaulsdorfer Projekt abhalten lassen, obwohl man ihr viele Steine in den Weg lege.
Entschiedene Gegner der geplanten Anlagen sind neben einer Anwohner-Initiative die FDP und CDU. Für die FDP wirft der Berliner Abgeordnete Sebastian Czaja dem Stadtrat "ein Vogel-Strauss-Spiel" vor. Lüdtke ducke sich permanent weg, wenn es um Entscheidungen gehe. Denn sei das Biotop am See erst einmal weg, gebe es auch nichts mehr, was man schützen könne. Auch der CDU-Bezirksverordnete Dirk Altenburg fordert eine baldige genaue Feststellung und Ahndung der Verstöße. Er hält dem Stadtrat vor, die "Brisanz nicht zu erkennen", und erwartet, endlich die Sorgen der Anwohner über Eingriffe in die Tier- und Pflanzenwelt ernst zu nehmen.
Anwohner hatten im Sommer 2008 ein zwei Hektar großes See-Grundstück gekauft, um das Vorhaben zu stoppen. Lüdtke will am 17. Februar dem BVV-Umwelt-Ausschuss ein neues Gutachten vorlegen. Er gilt eigentlich als eifriger Verfechter des Projekts. Seine bisherige Maxime: "Da der Großbezirk über kein Freibad verfügt, liegt das Gesamtvorhaben Elsensee klar im öffentlichen Interesse."
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