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Kultur

Neue Nutzer für das Theater Karlshorst

Das Theater Karlshorst an der Treskowallee 111 bleibt als Kultur- und Bildungsstätte erhalten. Die befürchtete dauerhafte Schließung des Gebäudes ist abgewendet. Die Wohnungsbaugesellschaft Howoge als Eigentümerin der Immobilie hat mit dem Bezirksamt vereinbart, dass 2009 Teile der Musikschule als Ankermieter einziehen.

Dabei handelt es sich um die jetzigen Musikschulstandorte Dolgenseestraße 60 in Friedrichsfelde und Kulturhaus Karlshorst an der Treskowallee 112. "Außerdem soll eine gemeinnützige Betreibergesellschaft gegründet werden, die den großen Saal für Musikveranstaltungen, Theater oder Kino nutzt", kündigte gestern Howoge-Geschäftsführer Bernd Kirschner an. Auch ein Restaurant sei vorgesehen. Der denkmalgeschützte Saal bietet etwa 650 Besuchern Platz.

Nach der Modernisierung der Heizungsanlagen und des Daches in den vergangenen Jahren will das Unternehmen weitere 1,5 Millionen Euro in die Sanierung der Fassaden und der Räume investieren. Mit den Mietkonditionen, so einer Nettokaltmiete von zehn und fünf Euro pro Quadratmeter, sei es dem Bezirksamt sehr entgegengekommen. Auch für Bezirksbürgermeisterin Christina Emmrich (Linke) liegen neben den räumlichen Vorteilen an einem zentralen, verkehrsgünstigen Ort die finanziellen Vorteile auf der Hand. Da allein die Sanierung des Grundstückes Dolgenseestraße zwei Millionen Euro gekostet hätte, könne der Bezirk zehn Jahre lang 10 000 Euro monatlich einsparen.

Für die Musikschule sollen insgesamt im ersten und zweiten Geschoss und im Keller des Theaters Karlshorst 38 Unterrichtsräume sowie Räume für Orchester und Ensembles gemietet werden. Die Entscheidung der Bezirksverordneten-Versammlung steht noch aus.

Der Howoge war die Immobilie 1994 nach dem Abzug der russischen Streitkräfte übereignet worden. Die Sowjetarmee hatte das frühere Ballhaus 1949 als "Haus der Offiziere" genutzt. Im Volksmund hieß es "Russenoper" und war bis 2007 ein privates Theater. Vom Tisch sind Pläne, in den Theaterbau das gegenüberliegende Kulturhaus umzusiedeln. Das Grundstück soll an einen Potsdamer Investor verkauft, das marode Kulturhaus - einst Gloria-Filmpalast - dann abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Der Bezirk will Teile mieten. Darüber muss aber noch der Senat entscheiden.rg

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