Stadtplanung
Kraftwerksbau - Bezirk wartet auf Entscheidung
Der Energiekonzern Vattenfall hat noch nicht endgültig entschieden, ob und wie er seine Pläne zum Bau eines Kohlekraftwerkes in Rummelsburg verwirklicht. Sprecher Olaf Weidner sagte gestern: "Wir arbeiten immer noch an einem langfristigen Energiekonzept für Berlin und schauen dabei auf die ganze Stadt."
Das schließe auch die Sicht auf andere Standorte ein. Man müsse für die Gesamtsituation der Stadt eine Antwort finden. Weidner: "Das Konzept soll im März dem Senat vorgelegt werden."
Damit reagierte er auf die gestrige Aufforderung von Lichtenbergs Baustadtrat Andreas Geisel (SPD) an Vattenfall, sich endlich konkret zu den umstrittenen Plänen in Rummelsburg zu äußern. Der Konzern hatte vor mehr als zwei Jahren angekündigt, für das jetzige veraltete Kraftwerk Klingenberg am Blockdammweg ein 800-Megawatt-Steinkohlekraftwerk mit einem 140-Meter-Kühlturm bauen zu wollen.
Das Bezirksamt hatte diese Pläne von vornherein als "städtebaulich überdimensioniert" abgelehnt. Wie berichtet, war es in der vergangenen Woche von der Bezirksverordneten-Versammlung (BVV) beauftragt worden, für das Gelände unverzüglich einen Bebauungsplan aufzustellen. Darin solle festgeschrieben werden, dass die Höhe eines Kühlturms 35 Meter nicht überschreiten dürfe und der Schadstoffausstoß deutlich reduziert wird. Eine große BVV-Mehrheit sprach sich damit für ein modernes, umweltgerechtes Wärmekraftwerk aus. Geisel sagte: "Natürlich werden wir dem BVV-Auftrag Folge leisten, aber ohne Vattenfall-Entscheidung fehlt eine planerische Grundlage." Er bemängelte, dass der Senat noch keinen neuen Landesenergieplan vorgelegt hat.
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