14.08.13

Nach Anschlägen

Polizei entdeckt Brandsätze bei Razzia in linker Szene

Es geht um einen Brandanschlag auf Polizisten und Anschläge auf Jobcenter: 400 Polizisten durchsuchten Wohnungen in Berlin - und stellten kistenweise brisantes Material sicher.

Nach mehreren Anschlägen mutmaßlicher Linksextremisten haben etwa 400 Polizisten am Mittwochmorgen in Berlin Wohnungen durchsucht. Anlass seien der Anschlag mit Brandsätzen auf Polizisten am Kottbusser Tor in Kreuzberg im Juni 2013 und Schmierereien an Jobcentern, teilte die Polizei mit.

Gesucht wurde nach Beweismitteln vor allem in Zusammenhang mit dem versuchten Tötungsdelikt am Kottbusser Tor. Die Beamten durchsuchten acht Wohnungen in den Bezirken Friedrichshain-Kreuzberg, Mitte und Neukölln; unter anderem in der Rigaer Straße in Friedrichshain.

Bei den Durchsuchungen entdeckten die Ermittler vorbereitete Brandsätze. Das teilte der Sprecher der Polizei, Stefan Redlich, nach dem Ende der Razzia mit. Bei der Durchsuchung in einem linksalternativen Wohnprojekt an der Rigaer Straße seien Brandsätze, unerlaubte Pyrotechnik und Stacheldraht entdeckt worden. "Es wurden mehrere Kisten mit Beweismitteln rausgeschleppt", sagte der Polizeisprecher.

Auch ein Hubschrauber sicherte den Einsatz. Von der Luft aus wollte die Polizei sicherstellen, dass sich niemand auf den Hausdächern befand. Zudem sei das Spezialeinsatzkommando vorbereitet gewesen, falls die Polizisten Schwierigkeiten beim Zugang zu den Gebäuden bekommen hätten, sagte Polizeisprecher Redlich.

Festnahmen gab es nicht.

Angriff von 40 Maskierten

Nach einer Drogenkontrolle Anfang Juni hatte am Kottbusser Tor eine Gruppe von etwa 40 maskierten Personen Polizisten angegriffen. Sie schleuderten Pflastersteine und Molotow-Cocktails auf die Beamten. Den Angaben zufolge traf ein erster Brandsatz beinahe eine 27 Jahre alte Polizistin, ein zweiter zerbarst auf der Frontscheibe eines geparkten Einsatzwagens, der kurzzeitig in Flammen stand. Außerdem seien Steine und Farbbeutel auf das Polizeiauto geschleudert worden, hieß es.

Farbbeutel und Pflastersteine geworfen

Zudem hatten Unbekannte im Mai 2013 Fassaden von Jobcentern in verschiedenen Stadtteilen beschädigt und die Parteizentrale der Berliner SPD mit Steinen und Farbbeuteln attackiert. Unzählige Fenster gingen zu Bruch, Hauswände wurden mit Farbe beschmiert. Etwa 80 Scheiben hatten Steinewerfer allein in einem Jobcenter im Stadtteil Tempelhof beschädigt. Der Staatsschutz hatte die Ermittlungen übernommen.

Am Mittwoch sicherte auch ein Hubschrauber den Einsatz. Von der Luft aus wollte die Polizei sicherstellen, dass sich niemand auf den Hausdächern befand. Zudem sei das Spezialeinsatzkommando vorbereitet gewesen, falls die Polizisten Schwierigkeiten beim Zugang zu den Gebäuden bekommen hätten, sagte Polizeisprecher Redlich.

Durchsucht wurden in dem rund fünfstündigen Einsatz Wohnungen in Friedrichshain-Kreuzberg, Mitte und Neukölln. Kriminaltechniker sollen nun das sichergestellte Beweismaterial auswerten.

Quelle: dpa/plet/seg
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