06.12.12

Berlin

Umstrittener East Side Tower wird nun doch gebaut

Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg ist mit seinen Plänen für einen öffentlichen Park zwischen Spree und East Side Gallery gescheitert.

Von Sabine Flatau
Foto: Sergej Glanze

An der East Side Gallery soll ein Hochhaus in den Himmel wachsen
An der East Side Gallery soll ein Hochhaus in den Himmel wachsen

Der umstrittene East Side Tower wird nun doch in Berlin gebaut – gegen den erklärten Willen des Bezirksamtes und der Grünen in Friedrichshain-Kreuzberg.

Bereits vor Monaten hatte Bürgermeister Franz Schulz (Grüne) angekündigt, dass der Bezirk auf dem privaten Grundstück an der Mühlenstraße, hinter der East Side Gallery, eine Grünanlage entwickeln will und deshalb den alten Bebauungsplan durch einen neuen ersetzen werde. Die Grundstücke links und rechts davon hatte der Bezirk bereits früher angekauft und in öffentliche Parks verwandelt.

Der alte Plan für die private Fläche erlaubt den Bau eines 18-geschossigen Hochhauses – des sogenannten East Side Towers – mit mehr als 60 Metern Höhe. Außerdem ist ein rund 30 Meter hoher Gebäuderiegel vorgesehen.

Schulz wollte, dass die Eigentümer dieser Fläche entschädigt werden oder ein Ersatzgrundstück vom Land bekommen. Doch dies sei gescheitert, sagte der Bezirksbürgermeister am Dienstag. Der Senat werde sich nicht an der Entschädigung beteiligen und auch kein Ersatzgrundstück zur Verfügung stellen.

Fläche wurde bislang von den Bars "Oststrand" und "Strandgut" genutzt

"Der Bezirk kann das Planungsrecht eigenverantwortlich ändern", sagte Kathrin Bierwirth, Sprecherin von Finanzsenator Ulrich Nußbaum (parteilos, für SPD). "Wir gehen deshalb davon aus, dass er auch die finanziellen Folgen selbst trägt und nicht alle Berliner mit in die Verantwortung nimmt."

Doch Friedrichshain-Kreuzberg habe nicht das Geld, um die Eigentümer zu entschädigen, und könne auch kein geeignetes Ersatzgrundstück stellen, sagte Schulz. Berlin lasse sich jetzt die historische Chance entgehen, hinter der East Side Gallery einen durchgehenden Park am Spreeufer zu entwickeln. "Die Galerie ist ein Bauwerk für die gesamte Stadt", so Schulz.

Eigentümer der Fläche, die bislang von den Bars "Oststrand" und "Strandgut" genutzt wurde, sind das Unternehmen Stofanel und eine israelische Gruppe. Stofanel wollte den East Side Tower bauen, hat seine Fläche jedoch verkauft – an Living Bauhaus. Im Sommer 2013 läuft die Baugenehmigung für das Hochhaus ab. Die israelische Gruppe will den Gebäuderiegel errichten.

© Berliner Morgenpost 2014 - Alle Rechte vorbehalten
P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie Fan von der Berliner Morgenpost.
Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Multimedia
Kunstgalerie

East Side Gallery - Berlins längstes Mauerstück

Top-Thema
title
Die besten Berlin-Videos

Das sind die Youtube-Favoriten der Redaktion.

Video Nachrichten mehr
Kurz vor Ostern Schnee auf dem Fichtelberg
Journalisten-Preis Pulitzer geht an "Washington Post" und…
Ohne Mama Robbenbaby verirrt sich
MTV Movie Awards "Tribute von Panem" räumen ab
Top Bildershows mehr
Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

Fotogalerie

Das sind die Berliner Bilder des Tages

Kino

Filmpremiere von "Spider-Man" in Berlin

In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote