Berlin

Der Innenhof des Kranzler Ecks wird kleiner

Die Verkaufsfläche wird vergrößert, neun Ginkgo-Bäume müssen gefällt werden, dafür bleiben die Vogelvolieren erhalten.

Ginko Baum Kanzler Eck

Ginko Baum Kanzler Eck

Foto: Reto Klar

Die Umbauarbeiten im "Kranzler Eck Berlin" gehen weiter. Nachdem Ende des vergangenen Jahres das Café Kranzler mit einem neuen Betreiber wiedereröffnete und die britische Modekette Superdry einzog, werden jetzt die Handelsflächen für den Bestandsmieter­ H&M erweitert. Dazu werden im Innenhof zusätzliche Verkaufsflächen entstehen, als Verlängerung zur zweigeschossigen Bebauung am Kurfürstendamm. In gleicher Höhe und im selben Stil der 50er-Jahre. Schließlich steht die Gesamtanlage auf dem 20.000 Quadratmeter großen Areal zwischen Kurfürstendamm, Joachimsthaler Straße und Kantstraße unter Denkmalschutz.

Nach Morgenpost-Informationen sollen wegen der Einrichtung der Baustelle im Hof am Montag Bäume gefällt werden. Dabei handelt es sich um insgesamt neun Ginkgos auf der Südseite gleich neben den Vogelvolieren. Die Volieren sollen erhalten bleiben, die Bäume nachgepflanzt werden. Die restlichen Bäume, ebenfalls Ginkgos, sollen einen Pflegeschnitt erhalten. Dieser Teil der Hoffläche wird aber im Sommer wegen der Baustelle nicht zur Verfügung stehen. Bis Ende des Jahres soll der Anbau fertig sein.

Konkret rückt die Bebauung am Kurfürstendamm um einige Meter in den Hof, dort wo bislang das Souvenirgeschäft mit Kaffee "Ampelmann" seine Tische hatte. Der wird sich künftig mit seiner Außenbewirtschaftung auf den Gehweg des Kurfürstendamms konzentrieren. Im Hof betreibt stattdessen ein neues Terrassencafé die zusätzlichen Flächen. Deren Kaffee sollen die Gäste nach der Fertigstellung nicht nur an den Tischen im Hof, sondern auch auf einer umlaufenden Bank an der bis zu 22 Meter hohen Vogelvoliere trinken können. Dazu werden die schwarzen Steineinfassungen gegen Holz ausgetauscht.

Kritik des Denkmalbeirats fand keine Mehrheit

Der Durchgang am Kurfürstendamm zwischen "Ampelmann" und "Superdry" in den Hofbereich bleibt bei der Neubebauung erhalten.

Den geplanten Erweiterungsbau im Innenhof des Quartiers mit jeweils fast 400 Quadratmetern im Erd- und ersten Obergeschoss hatte der Denkmalbeirat Charlottenburg-Wilmersdorf Ende des Jahres 2015 bei der Diskussion über die Umgestaltung des Areals als "denkmalunverträglich" abgelehnt. Begründung: Er zerstöre die denkmalgeschützten originalen Hoffassaden mit dem umlaufenden Balkon im ersten Obergeschoss und verkleinere den denkmalgeschützten Innenhof in seinen Dimensionen unzulässig. Die Kritik fand aber keine Mehrheit, der Erweiterungsbau wurde genehmigt.

Die vom Architekten Hanns Dustmann (1902–1979) geplanten Bauten aus den 50er- und 60er-Jahren stehen seit 1992 als Gesamtanlage unter Denkmalschutz. Nach Angaben des Denkmalbeirats wurde sie in folgenden vier Bauabschnitten errichtet: das Bilka-Kaufhaus (heute Karstadt Sports) 1955/56, die Ladenzeile entlang Joachimsthaler Straße/Kurfürstendamm 18–19 sowie das Café Kranzler 1957, die Ladenzeile Kurfürstendamm 20–21 und 23 schließlich 1961/1962 und das Victoria-Bürohaus am Kurfürstendamm 24 in den Jahren 1961–63. 1998 bis 2001 waren die zwei Großbauten von Helmut Jahn eingefügt worden. Seit Ende 2012 gehört das Ensemble dem norwegischen Staatsfonds und dem Versicherer Axa.

Nachrichten aus der City West auf dem Blog "Im Westen Berlins"

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