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Weihnachtsaktion

"Schöne Bescherung" für Berliner Kinder

Um benachteiligten Berliner Kindern und Jugendlichen eine schöne Advents- und Weihnachtszeit zu bereiten, startet die Berliner helfen zum neunten Mal die Aktion "Schöne Bescherung". Wir besuchen Vereine und soziale Einrichtungen, die sich um Kinder in einem sozial schwierigen Umfeld kümmern.

Dank der „Schönen Bescherung“ 2009 konnte das Nachbarschaftshaus Urbanstraße für seine Kita Instrumente anschaffen
Foto: Sergej Glanze
Dank der "Schönen Bescherung" 2009 konnte das Nachbarschaftshaus Urbanstraße für seine Kita Instrumente anschaffen

Viele Kinder- und Jugendeinrichtungen sind durch private Initiative entstanden und nur durch ein hohes Maß an ehrenamtlichem Engagement aufrechtzuerhalten. Die meisten erhalten keinerlei finanzielle Unterstützung vom Staat, und sind auf Spenden angewiesen. Wie zum Beispiel das Jonas Haus in Staaken, gegründet im Jahr 2006 von der Ärztin Angelika Bier und ihrem Mann. Die Charité-Professorin verbringt fast ihre gesamte Freizeit in dem alten Schulhaus in Staaken, und betreut dort mit ehrenamtlichen Helfern und professionellen Erziehern Kinder, deren Eltern wenig Zeit oder kein Interesse an ihren Kindern haben. „Viele sind auch überfordert mit der Erziehung“, sagt Angelika Bier. Die Quote der Sozialhilfeempfänger in dem Gebiet Heerstraße-Nord liegt bei 24 Prozent.

Im Jonas Haus gibt es nach der Schule nicht nur ein warmes Mittagessen, Hausaufgabenhilfe und Spielnachmittage, sondern vor allem die Geborgenheit in der Gemeinschaft. „Wir wollen den Kinder das Gefühl geben, dass sie uns wichtig sind“, sagt die Gründerin des Hauses, das sich allein durch Spenden und Sponsoren finanziert.

Foto: BMO
Auch Eckhard Baumann, der sich mit seinem Verein Straßenkinder e.V. seit mehr als 10 Jahren auf dem Alexanderplatz um jugendliche Herumtreiber kümmert, ist für seine Arbeit auf Spenden angewiesen. „Viele Kinder halten es Zuhause nicht aus und landen dann auf der Straße. Und je länger sie dort bleiben, desto schwerer wird die Rückkehr in ein geregeltes Leben“, erzählt Baumann. In diesem Frühjahr hat er mit Unterstützung von Berliner helfen das Kinderhaus Bolle in Marzahn eröffnet, ein Flachbau inmitten von hohen Plattenbauten. Das Haus ist eine Anlaufstelle für die Grundschüler der Umgebung, die nachmittags ansonsten sich selbst überlassen wären. „Zu viele Eltern hier kümmert es nicht, was ihr Kind macht, ob es zu Mittag isst und wie es in der Schule steht“, erzählt Ekkehard Baumann. Bei Bolle gibt es nach der Schule eine warme Mahlzeit und anschließend Schularbeit oder mal richtig Austoben im Garten oder im Tobezimmer.

Eckhard Baumann versteht sein Haus vor allem auch als Bildungseinrichtung. „Wir wollen diese Kinder zum Lernen motivieren, ihren Ehrgeiz wecken, damit sie etwas aus sich zu machen“, sagt er und wünscht sich aus der „Schönen Bescherung“ Lern-Computer und Musikinstrumente.

Aber auch Einrichtungen der Jugendhilfe, die für die betreuten Kinder einen Pflegesatz vom Jugendamt erhalten, sind zusätzlich auf Spenden angewiesen „Um Mädchen-Träume wie Reitunterricht oder einen Kinonachmittag mit Freundinnen zu erfüllen, reichen die Regelsätze nicht aus“, sagt Ines Meyer, Leiterin des Kinderhauses Mitte. Dort werden Kinder aufgenommen, die vom Jugendamt aus ihren Familien geholt werden mussten. Mit viel persönlichem Engagement kümmern sich Erzieher und viele ehrenamtliche Helfer um die oft verstörten und traumatisierten Kinder.

Zu einem besonderen Erlebnis wird in der diesjährigen Aktion „Schöne Bescherung“ sicher auch wieder die Fahrt auf dem Weihnachtschiff der Reederei Riedel werden. Das Inhaber-Ehepaar Martina und Lutz Freise lädt zwei Dutzend Kinder zum Plätzchenbacken auf dem Wasser ein – unter professioneller Anleitung eines Kochs und einer Riesenauswahl an Zutaten und Förmchen. Begeleitet werden die Kinder von Gertrud Meyer, die zweimal wöchentlich in zwei Grundschulen in Reinickendorf die Kinder mit einem Schulfrühstück versorgt - an liebevoll mit weißer Tischdecke gedeckten Tischen. „Ohne etwas im Magen kann man sich nicht konzentrieren“, sagt die energische 69-Jährige.

Das weiß man auch in der Gelben Villa in Kreuzberg, einer Bildungs- und Förderungseinrichtung für Kinder, in der kostenlos Musik, Mal- Tanz und Töpferkurse angeboten werden. Viele Schulklassem kommen zu Projektwochen und Workshops in die Gelbe Villa, verpflegt werden sie im hauseigenen Kinder-Restaurant. Das leckere und gesunde Mittagsmenü kostet für die Kinder nur 1 Euro Auch hier werden Spenden gebraucht, um dieses Angebot aufrecht zu erhalten.

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