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Knochenmarkspende

Ein paar Minuten, die Helene retten können

Wochenlang haben sie diesen Tag vorbereitet, Hunderte Helfer sind im Einsatz für ein kleines Kind - Helene. Das erst drei Monate alte Baby aus Dahlem leidet an einer besonders aggressiven Form der Leukämie. Durch einen geeigneten Knochenmarkspender könnte es gerettet werden.

Bewegender Brief

Doch bisher wurde ein solcher "genetischer Zwilling" für Helene nicht gefunden. Das Baby wurde in Hamburg geboren, seine Eltern stammen aus Berlin, zogen erst vor einem Jahr aus beruflichen Gründen an die Alster. In einem bewegenden Brief hatten sie sich gestern an ihre Heimatstadt gewandt: "Wir sind bewegt von der Anteilnahme der Berliner. Bitte kommen Sie in unsere alte Schule ins Arndt-Gymnasium und lassen sich typisieren".

Marisa und Johannes N., 29 und 34 Jahre alt, haben das Gymnasium an Königin-Luise-Straße einst selbst besucht. Viele ehemalige Mitschüler, die Schulleiterin und sehr viele heutige Schüler hatten sich spontan bereit erklärt, zu helfen. Nachdem einem ersten Aufruf in Hamburg 5500 Menschen folgten - zehnmal mehr als erwartet - haben sich die Arndtschüler auch gut vorbereitet. "Wir hoffen natürlich, dass in Berlin noch mehr Menschen kommen", sagt Nina N., Helenes Tante, die die Berliner Hilfsaktion mitorganisierte und ebenfalls ehemalige Arndt-Schülerin ist.

Mehr als 320 Freiwillige haben sich inzwischen gefunden, darunter allein 80 "Blutabnehmer". Wer sich als potenzieller Spender in die Datei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) aufnehmen lassen möchte, dem wird eine geringe Menge Blut abgenommen, ein Fragebogen muss ausgefüllt werden. "Wenige Minuten für Sie - ein ganzes Leben für Helene und viele andere", schreiben Helenes Eltern in ihrem Brief.

Hilfe für alle Kranken

Die Datei der DKMS steht für alle Patienten zur Verfügung, die eine Stammzellentransplantation benötigen. "Das macht es für alle leichter, die große Kampagne auf die Beine zu stellen, mit der wir um Hilfe für Helene werben", sagt Nina N. "Was auch immer passiert, jeder, der für Helene mithilft oder spendet, tut dies auch für andere Menschen."

"Wir unterstützen Helenes Eltern gern", sagt auch Schulleiterin Ulrike van Rinsum. Große Überzeugungsarbeit unter den Schülern musste sie nicht leisten - im Gegenteil. "Im vergangenen Jahr konnte während einer ähnlichen Aktion ein Spender für einen Schüler unserer Schule gefunden werden, der an Leukämie erkrankt war". Was Leukämie bedeutet, wissen sie am Arndt-Gymnasium seitdem alle. "Auch im Biologieunterricht wurde das Thema damals behandelt", erinnert sich Sven Liebig (18), der Schulsprecher.

Dass dieser Schüler seit November wieder im Unterricht sitzt und derzeit mit den Vorbereitungen für die Abiturprüfungen beschäftigt ist, das sei für sie "ein kleines Wunder", sagt Schulleiterin Ulrike van Rinsum.

Nun hoffen alle auf ein zweites Wunder - für Helene. Denn während die Heilungschancen bei Leukämie für Kleinkinder relativ gut sind, sieht es für Säuglinge anders aus. "Ein Knochenmarkspender ist praktisch ihre einzige Chance", sagen die Eltern.

Typisierungsaktion für Baby Helene: Heute von 10 bis 18 Uhr, im Arndt-Gymnasium, Königin-Luise-Straße 80-84, Dahlem

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