Berliner helfen
Die Vitamin-Fee
Samstag, 31. Januar 2009 03:49 - Von Lina Schäffler"Am besten schmecken die roten", sagt eine Zweitklässlerin, während sie sich aus der großen Schüssel mit den Paprikastückchen bedient. Sie strahlt die Frau hinter dem Tisch mit den großen Obst- und Gemüse-Schalen an. Ute Noack lächelt freundlich zurück und lädt die vorbeilaufenden Kindern ein, sich ebenfalls zu bedienen. Täglich steht sie im großen Schulflur der Nahariya-Grundschule in Lichtenrade, als "Vitamin-Fee" für die 480 Grundschüler, darunter zwei ihrer vier Enkelkinder.
Seit sechs Jahren fährt sie jeden Morgen zum nahe gelegenen Lidl-Supermarkt, der das Obst und Gemüse zur Verfügung stellt, um es gewaschen und klein geschnitten den Kindern als gesunden Pausensnack anzubieten. Aber manchmal kommen die Kinder auch einfach nur zum Reden vorbei, vertrauen ihr Probleme an oder bitten um einen Rat. "Ich mag Ute, weil sie immer lustig und freundlich ist", sagt Maren (11). Ute Noack, selbst Mutter von vier Kindern, vermittelt zwischen Lehrern und Schülern, wenn es Unstimmigkeiten gibt, beaufsichtigt einzelne Kinder bei ihren Hausaufgaben und packt bei Bedarf überall mit an. Die 54-jährige ist die treibende Kraft des Fördervereins der Schule, der unter dem Motto "Miteinander - Füreinander" Schulfeste organisiert, besondere Aktivitäten unterstützt und sich um sozial schwache Schüler kümmert. "Ich schätze Frau Noack sehr", sagt Renate Hunscha, die Direktorin der Schule. Ute Noack wehrt bescheiden ab: "Ich mache doch gar nichts besonderes." Das sehen viele an der Nahariya-Schule anders: "Ute lebt das, was andere sich immer nur vornehmen. Und sie tut das nicht um Anerkennung zu bekommen, sondern aus innerer Überzeugung", meint Harald Schöning, Mitglied des Fördervereins. "Ich bin immer stolz wenn wir etwas für die Kinder erreicht haben", sagt Ute Noack. Nur etwas macht ihr Sorge: Zum Ende des Schuljahres werden viele Mitglieder den Förderverein verlassen, weil ihre Kinder auf die Oberschule wechseln. Ute Noack wird natürlich dabeibleiben, denn ihre Tatkraft wird gebraucht: der Nahariya-Förderverein muss Geld sammeln, um Instrumente für die Bläserklasse anzuschaffen.







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