Kulturtipp
Zwei Kirchen, Rücken an Rücken
Schon von der Autobahn ist das Bauwerk zu sehen: Die Wendisch-Deutsche Doppelkirche in Vetschau, sowohl historisch als auch architektonisch gesehen einer der spannendsten Orte überhaupt im Spreewald.
Zwei Kirchen, Rücken an Rücken, verbunden durch eine Sakristei, die eine wendisch, die andere deutsch. Die Ursprungskirche wurde vermutlich schon um 1300 gebaut, bei einem verheerenden Stadtbrand wurde sie 1619 aber fast völlig zerstört. Nur der Turmsockel blieb damals stehen - und bis heute erhalten.
Nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges wurde zunächst die wendische, später dann die deutsche Kirche errichtet. Die Sachsen-Merseburger, die damals im Besitz der Niederlausitz waren, ließen letztere viel reicher ausstatten als ihre Schwesterkirche. Sie galt ihnen im Zuge ihres Germanisierungsprozesses als Prestigeobjekt und sollte die Überlegenheit der Deutschen gegenüber den Wenden zum Ausdruck bringen.
Heute ist die Wendisch-Deutsche Doppelkirche im Zentrum Vetschaus nicht nur ein einmaliges Zeugnis der wechselhaften Geschichte der Region, sie ist auch der Beweis für ein funktionierendes Miteinander zweier Kulturen.
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