10.05.12

Zukunft

"Die Rolle des Fahrrads wird neu definiert"

Jeanette Huber, Geschäftsführerin des Zukunftsinstituts in Kelkheim, spricht mit Klaus Lüber über die wichtige Rolle des Fahrrads im Verkehr der Zukunft.

Foto: Zukunftsinstitut
Jeanette Huber, Geschäftsführerin des Zukunftsinstituts
Jeanette Huber, Geschäftsführerin des Zukunftsinstituts

Morgenpost Online: Ihr Institut prognostiziert schon seit Jahren einen starken Trend zum Fahrrad als urbanem Fortbewegungsmittel. Wo stehen wir heute?

Jeanette Huber: Wir befinden uns gerade an einem Punkt, an dem sich die Rolle des Fahrrads für uns neu definiert. Es wird immer wichtiger, gerade in städtischen Ballungsräumen. Das kann man einerseits rein statistisch an den steigenden Abverkaufszahlen belegen. Noch viel entscheidender finde ich aber, dass wir begonnen haben, Mobilität anders zu denken. Als ich kürzlich meinen Wagen in der Werkstatt hatte, bekam ich von Peugeot zum ersten Mal ein Fahrrad als Ersatzfahrzeug angeboten. Es ändert sich etwas.

Morgenpost Online: Was sind die Gründe für den Erfolg des Fahrrads?

Jeanette Huber: Ich glaube, das Fahrrad entfaltet als Trend vor allem deswegen eine große Dynamik, weil es sozusagen die Schnittmenge von gleich mehreren anderen wichtigen Zukunftstrends bildet: dem Klimaschutz, dem Streben nach Gesundheit, dem Wunsch nach Schnelligkeit und Bequemlichkeit und dem Bedürfnis nach Handeln mit ethischem Mehrwert.

Morgenpost Online: Welche Bedeutung hat dies für den Straßenverkehr insgesamt?

Jeanette Huber: Das Verkehrsgefüge wird immer komplexer, es wird immer mehr Akteure geben, die sich schnell und flexibel durch die Straßen bewegen. Sei es durch E-Bikes oder mittels kleiner, wendiger Elektroautos, sei es zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Die Frage ist, wie man intelligent auf diesen Mix reagiert. Man kann mehr reglementieren durch noch mehr Schilder oder mehr Freiräume schaffen. Viele Kommunen experimentieren schon jetzt mit sogenannten Shared Spaces, in denen lediglich das Rechts-vor-links-Gebot gilt. Alles andere wird unter den Verkehrsteilnehmern ausgehandelt.

Morgenpost Online: Wie wird sich der Fahrrad-Trend in Zukunft weiterentwickeln?

Jeanette Huber: Die größte Herausforderung für die nächsten Jahre sehe ich im Übergang des Fahrrads vom Freizeitvehikel zum Verkehrsmittel. Abgesehen davon wird es zu einer starken Individualisierung des Marktes kommen, in deren Zuge sich viele Nischenangebote herauskristallisieren: vom Business-Faltrad über Familienlösungen, Transporträder, Sporträder, Reiseräder bis hin zu teuren Designobjekten.

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