Berlin

Ein Saal voller Diebesgut

Mit der Verhaftung eines 36 Jahre alten Mannes am Donnerstag in Hellersdorf steht die Polizei vor der Aufklärung einer wohl einmaligen Serie von Kellereinbrüchen. Der Mann soll in den vergangenen Monaten stadtweit mehr als 80 Einbrüche in Keller verübt haben. Über 20 Taten können ihm nachgeweisen werden, bei über 60 weiteren Kellereinbrüchen gilt er als "guter Kandidat". Ein Großteil des Diebesguts konnte noch nicht zugeordnet werden. Die Polizei bietet den rechtmäßigen Besitzern die Möglichkeit, bis zum 31. März die in einer Halle in der Heinrich-Grüber-Straße 35 in Kaulsdorf ausgestellten Diebesstücke zu besichtigen. Telefonische Anmeldungen unter (030) 4664-663 122.

Besonders oft soll der 36-Jährige laut Polizei in Keller östlicher Bezirke wie Lichtenberg, Pankow und Marzahn-Hellersdorf, zudem auch in Tempelhof-Schöneberg und Steglitz-Zehlendorf eingestiegen sein. Im Oktober 2016 hatten Polizisten den Mann in Hellersdorf festgenommen. Bei der Durchsuchung dessen Wohnung in der Lilly-Braun-Straße stellte die Polizei 100 Kubikmeter an Gegenständen sicher, die aus den nächtlichen Beutezügen stammen sollen. Die Auswertung und Zuordnung des Diebesguts beanspruchte mehrere Monate. Die Beute bestand aus Hobbyausrüstungen, Münzsammlungen, Werkzeug, Elektrogeräten, Spielzeug und Textilien. Als nun ein Haftbefehl gegen den 36-Jährigen vollstreckt wurde, stieß die Polizei auf weitere 30 Kubikmeter Beute.

Derzeit gehen die Beamten davon aus, dass der Mann berlinweit agierte. Er trug meist Handwerkerkleidung, beförderte die sauber gefilterte Beute meist mit einem Miettransporter, sodass es nach außen wie eine organisierte Entrümpelung wirkte.

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