Mitte

Alternatives Wohnprojekt "Linie 206" teilweise geräumt

An der Linienstraße in Mitte war die Polizei am Morgen im Einsatz. Räume im Haus Nummer 206 wurden geräumt.

Die Polizei bei der Räumung einzelner Zimmer in dem Gebäude

Die Polizei bei der Räumung einzelner Zimmer in dem Gebäude

Foto: Steffen Pletl

Die Polizei war am Morgen an der Räumung von Teilen des alternativen Wohnprojektes "Linie 206" an der Liniestraße beteiligt. Zwei Wohnungen wurden geräumt.

Begonnen hatte die Aktion um 7.40 Uhr, Gerichtsvollzieher, Eigentümer, Security und Polizei waren am Ort. Die zwei Zimmer wurden leer geräumt. Etwa 30 Sympathisanten hatten sich an der Linienstraße mit zwei Transparenten eingefunden. Die Lage war entspannt. Gegen 12.30 Uhr zog sich die Polizei zurück. Private Security verblieb zunächst in dem Gebäude, aber nur vorübergehend.

25 Polizisten waren nach Angaben einer Sprecherin seit dem frühen Dienstagmorgen im Einsatz. Sie trafen dabei auch auf linke Sympathisanten, die sich vor dem Haus friedlich versammelten.

Die Mieter der beiden Wohnungen in der Linienstraße hätten schon länger nicht mehr dort gewohnt, sagte eine Gerichtssprecherin. Sie hätten anerkannt, dass sie die Wohnung räumen müssen. Trotz des Anerkenntnisurteils bat das Amtsgericht Mitte um Amtshilfe bei der Polizei, die die beiden Gerichtsvollzieher begleitete. Polizisten sicherten später auch den Hauseingang. Die Bewohner kündigten trotzdem an, nun vor Gericht zu ziehen.

"Wir sehen uns vor Gericht wieder"

Auf der Website des Wohnprojektes "Linie 206" heißt es, es sei von neuen Mietern die Rede gewesen, diese seien aber nicht aufgetaucht. Stattdessen seien die beiden Räume "mit dem umstrittenen Mietverhältnis" vom Vermieter verschlossen worden. "Wir sehen uns vor Gericht wieder", so der Abschluss des Blogeintrages.

Das Haus in der Linienstraße 206 wurde nach der Wende besetzt. Noch heute fällt es durch Transparente und Parolen auf der nicht sanierten Fassade auf. Nach einem Bericht der "Berliner Zeitung" wurde das Gebäude an eine rumänische Erbengemeinschaft rückübertragen. Später erhielten die Mieter von der Wohnungsbaugesellschaft Mitte (WBM) Verträge. Mehrfach wechselten die Besitzer. Nun kündigten neue Besitzer mehreren Bewohnern.

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