Märkisches Viertel

Wegen Döner: Polizei trägt Mann aus dem Bus

Ein Mann steigt mit einem Döner in einen Bus - obwohl es ihm der Busfahrer verboten hat. Am Ende rückt die Polizei an.

Die Berliner Polizei hat einen Mann gewaltsam aus einem Bus im Märkischen Viertel getragen. Der 57-Jährige war am Mittwochabend am Wilhemsruher Damm mit einem tropfenden Döner eingestiegen, obwohl ihm der Busfahrer dies untersagt hatte, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte.

An der nächsten Haltestelle forderte der Busfahrer den Mann dann zum Aussteigen auf. Der 57-Jährige weigerte sich und versuchte daraufhin, den Busfahrer zu schlagen. Dieser konnte jedoch ausweichen und rief die Polizei. Auch die Beamten konnten ihn nicht zum Verlassen des Busses bewegen, so dass sie ihn schließlich an den Oberarmen heraustragen mussten.

In der Hausordnung der BVG ist festgelegt, was in den Verkehrsmitteln und bei der Benutzung der Betriebsanlagen nicht erlaubt ist.

Diesen Vorfall hat Nevzat, der Sohn des 57-Jährigen Aydogan A., etwas anders in Erinnerung. Gemeinsam mit seinem Vater habe er drei Döner in Wittenau gekauft, erzählt er. Eingepackt in Alu-Folie und in eine Plastiktüte hätten die Zwei mit einem Bus der Linie 124 vom Wilhelmsruher Damm nach Hause, ins Märkische Viertel, fahren wollen.

"Beim Einstieg sind wir ganz normal am Bus- Fahrer vorbeigegangen und haben in der Mitte des Busses Platz genommen", berichtet der 21-jährige. An der nächsten Haltestelle sei dann der Busfahrer aufgestanden und habe seinen Vater aufgefordert, den Bus zu verlassen. "Iss den Döner in deiner Heimat und nicht hier im Bus", habe der Bus-Fahrer gesagt. Daraufhin hätten sich beide verbal beleidigt, ein Grund für den Busfahrer, die Polizei zu alarmieren. "Wir haben im Bus keinen Döner gegessen", sagt der Sohn. Die Polizei dagegen berichtet, man habe den essenden Mann an den Oberarmen aus dem Bus tragen müssen. Auch auf Nachfrage und nach Durchsicht der Zeugenaussagen bleibt die Polizei dabei, dass der Döner zumindest offen transportiert worden sei.

Die BVG wollte sich auf Nachfrage zu dem Vorfall zunächst nicht weiter äußern. Allerdings, so BVG-Sprecherin Petra Reetz, könne man sich nicht vorstellen, dass die Busfahrer über Nacht fremdenfeindlich geworden seien. Viele hätten einen Migrationshintergrund.

Nevzat scheint der Vorfall dennoch etwas kindisch. "Zum Döner gehört nun einmal auch eine richtige Portion Knoblauchsoße, und die ist nicht geruchlos", sagt er.

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