Berlin-Neukölln

Jugendgang will Kioskbesitzer wegen Alkoholverkauf bestrafen

Drei Männer in einem Neuköllner Kiosk sind von 30 Kindern und Jugendlichen attackiert worden. Es ging um den Verkauf von Alkohol.

Der Kiosk im U-Bahnhof Lipschitzallee

Foto: Steffen Pletl

Der Kiosk im U-Bahnhof Lipschitzallee

Die Gropiusstadt in Neukölln gilt als sozialer Brennpunkt im Berliner Süden. Das hat der kurdische Kioskbesitzer, der im U-Bahnhof Lipschitzallee einen Imbiss betreibt, am Sonntagabend zu spüren zu bekommen. Nicht zum ersten Mal, wie er sagt.

"Immer wenn Ferien sind, versammeln sich allabendlich die Kinder aus dem umliegenden Wohngebiet und treiben auf dem Platz am U-Bahnhof Lipschitzallee Unfug", sagt der 53-Jährige am Montag. Am Abend zuvor war der sogenannte Unfug eskaliert.

"Zunächst sind etwa 10 bis 15 Kinder im Alter von 9 bis 12 oder 13 Jahren hier aufgetaucht. Sie haben uns gezielt provoziert und am Hintereingang wie auch am Eingang zum Imbiss geklopft und versucht den Ausgang zu blockieren", sagt der Imbissbetreiber. Hierbei hätten die Kinder auch Steine geworfen und an der Fassade kleinere Schäden verursacht.

Der 53-Jährige rief daraufhin gegen 19.30 Uhr die Polizei. Doch als die Beamten eintreffen, sind die Kinder bereits verschwunden. Allerdings nicht für lange.

Eine Stunde später, gegen 20.30 Uhr, kamen sie wieder - mit Verstärkung. "Auf einmal standen uns nicht nur Kinder gegenüber, sondern eine große Gruppe Jugendlicher im Alter von 14 bis 21 Jahre", sagt der Sohn des Imbissbesitzers. Aus der Gruppe heraus wurden sie erneut beleidigt und angegriffen. Als Vorwand für diese Attacke nannten die laut Kioskbetreiber muslimischen Jugendlichen, dass hier Alkohol verkauft werde und "dafür müssen sie bestraft werden".

Schlag auf den Hinterkopf

Daraufhin sei es zu einem Handgemenge gekommen, in deren Verlauf der Sohn einige Prellungen abbekam. Sein Freund, der ihm zu HIlfe eilte, trug eine Blessur an der Augenbraue davon. Er selber habe einen Schlag auf den Hinterkopf bekommen und sei zu Boden gegangen. Als er wieder aufgestanden war, hatte sich die Meute bereits in alle Himmelsrichtungen verstreut.

Jetzt ermittelt die Polizei wegen des Verdachts des Landfriedensbruchs, der Körperverletzung und einer Sachbeschädigung. Ob das Motiv der Attacke tatsächlich der Alkoholverkauf sei, konnte die Berliner Polizei auf Anfrage am Dienstagvormittag nicht bestätigen.

Auch ob es in Ferienzeiten zu vermehrten Angriffen komme, konnten die Ermittler zunächst nicht bestätigen. Auszuschließen sei dies aber nicht. Wie eine Sprecherin der Morgenpost sagte, war der Angriff am Sonntagabend nicht der erste polizeilich gemeldete Vorfall dieser Art.

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