Charlottenburg

Vermutlich erstes Kälteopfer: Mann tot am Kudamm gefunden

Polizeieinsatz am Kudamm: Passanten entdeckten an der Ecke Joachimsthaler Straße einen toten Obdachlosen. Er könnte erfroren sein.

Die Habseligkeiten des Mannes liegen verstreut auf dem Bürgersteig herum

Foto: Tobias Köberlein

Die Habseligkeiten des Mannes liegen verstreut auf dem Bürgersteig herum

In Berlin ist vermutlich zum ersten Mal in diesem Jahr eine Person erfroren. Passanten entdeckten am Sonnabendmorgen gegen 7 Uhr einen leblosen Mann an der Ecke Kurfürstendamm und Joachimsthaler Straße. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei liegen keine Anzeichen für ein Fremdverschulden vor. Eine Obduktion soll klären, ob der Mann möglicherweise erfroren ist. Mit einem Ergebnis wird nach Angaben der Polizei nicht vor Ende des Monats gerechnet.

Am Montag vergangener Woche hatten Helfer des Kältebusses in der Bundesallee einen obdachlosen Rollstuhlfahrer vor dem Erfrieren bewahrt. Die Rettung kam buchstäblich im letzten Augenblick, der Mann war stark unterkühlt.

Der Kältebus der Stadtmission ist seit 1994 unterwegs. Mit Tee, warmer Kleidung und Schlafsäcken an Bord hilft er Obdachlosen. Nach Schätzungen der Stadtmission leben im Berliner Stadtgebiet deutlich mehr als 3000 Menschen ohne Dach über dem Kopf. Über die Notfallnummer 0178 523 58 38 können Bürger die Helfer alarmieren, wenn sie Menschen in Not vorfinden.

Durchschnittlich kümmerten sich die Helfer pro Einsatz um vier bis fünf Menschen, erläuterte Wohlwend. In der bitterkalten Nacht zum Montag waren es nach ihren Worten neben dem Rollstuhlfahrer noch sieben weitere Obdachlose.

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