Friedrichshain

Linke und Grüne kritisieren Großeinsatz an Rigaer Straße

Rigaer Straße am Morgen des nach dem Großeinsatz der Polizei

Foto: Steffen Pletl

Rigaer Straße am Morgen des nach dem Großeinsatz der Polizei

Der Großeinsatz der Polizei an der Rigaer Straße soll ein parlamentarisches Nachspiel haben – das kündigten Linke und Grüne an.

Grüne und Linke nennen den Großeinsatz der Berliner Polizei am Mittwochabend an der Rigaer Straße in Friedrichshain unverhältnismäßig.

Die Abgeordneten der Grünen und Linken, Canan Bayram und Hakan Tas, kündigten im Inforadio des RBB an, dass die Aktion ein parlamentarisches Nachspiel haben werde. Innensenator Frank Henkel (CDU) soll sich deshalb am Montag nächster Woche im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses zu der Aktion äußern. Gegenüber der Morgenpost bezeichnete Henkel das Vorgehen als "konsequent und besonnen".

Canan Bayram war am Abend vor Ort und hatte den Polizeieinsatz auf Twitter kritisch dokumentiert.

Benedikt Lux: "Das war ein Schuss in den Ofen"

Benedikt Lux, innenpolitischer Sprecher der Grünen im Abgeordneten Haus, sieht im Einsatz am Mittwochabend nicht die richtige Strategie: "Es wurde nicht gezielt gegen vier mutmaßliche Angreifer vorgegangen, sondern spontan ein Großeinsatz gefahren - mit bislang kläglichem Ergebnis", sagte Lux der Berliner Morgenpost. Das sei nicht Teil einer Strategie gegen linke Gewalt, sondern ein Schuss in den Ofen.

Lux weiter: "Wir brauchen einen langen Atem gegen rechtsfreie Räume und sollten aufhören, Polizei auf diese Weise zu verheizen."

Steine und Eisenstangen sichergestellt

Polizeieinheiten hatten als Reaktion auf einen Angriff auf einen Streifenpolizisten ein der linksextremen Szene zugerechnetes Wohnhaus in Berlin-Friedrichshain durchsucht. Dabei fanden sie eine große Menge an Steinen, Eisenstangen sowie Krähenfüßen.

>> Kommentar: Mehr Rückhalt für die Polizei - Beamte verdienen Respekt!

"Wir dulden keine Rückzugsräume für Gewalttäter", sagte Polizeisprecher Stefan Redlich der Deutschen Presse-Agentur zur Begründung der Aktion. Ihm zufolge rückten 500 Beamte an, unter ihnen das Spezialeinsatzkommando (SEK). Es habe aber keine Festnahmen gegeben.

Nach Darstellung der Polizei hatte der Kontaktbereichsbeamte gegen Mittwochmittag einen Strafzettel wegen Falschparkens ausstellen wollen, als sich ihm ein maskierter Mann näherte.

Drei Personen attackierten Polizist bei Kontrolle

Der 52-Jährige habe den Ausweis des Maskierten sehen wollen, doch in diesem Moment seien zwei weitere Männer und eine Frau auf ihn losgestürmt. Der Beamte sei zu Boden gestürzt, geschlagen, getreten und verletzt worden. Die Angreifer flüchteten dann in das später durchsuchte Haus.

Bleiben Sie informiert:
Die Berliner Morgenpost in sozialen Netzwerken.
Folgen Sie uns auf Twitter