Alternative Projekte
Umsonstladen in Prenzlauer Berg friedlich geräumt
Im Frühjahr hatte in der Kastanienallee der Umsonstladen eröffnet – mit Dingen, die nichts kosten. Nun wurde das alternative Projekt geräumt. Dabei standen 150 Polizisten rund 50 trommelnden Demonstranten gegenüber.
Unter Polizeischutz ist am Dienstagmorgen der Umsonstladen in der Kastanienallee 86 im Stadtteil Prenzlauer Berg geräumt worden. Die Aktion im Souterrain des Hauses sei friedlich verlaufen, sagte ein Polizeisprecher. Rund 40 bis 50 Besetzer versammelten sich laut Polizei vor dem Haus. Sie protestierten mit Trommeln lautstark gegen die Räumung. Es musste niemand aus den Räumen des linksalternativen Projektes herausgetragen werden, wie der Sprecher sagte.
Rund 150 Polizisten waren im Einsatz. Der Eigentümer hatte die Räumung durch einen Gerichtsvollzieher angekündigt. Die Polizei habe Amtshilfe geleistet, betonte der Sprecher. In der unteren Etage seien Schlösser ausgetauscht und die Räume versiegelt worden. Die Sachen aus dem Umsonstladen wurden zunächst nicht herausgetragen. Dies sei zu einem späteren Zeitpunkt vorgesehen.
Laut Polizei soll es noch Gespräche zwischen Eigentümern und Besetzern geben. Ein Runder Tisch sei geplant. Andere Räumlichkeiten in dem von alternativen Gruppen genutzten Gebäude waren nicht betroffen.
Nach Angaben des Projektes hatte der Umsonstladen erst im Frühjahr den neuen Standort gefunden, nachdem er im Vorjahr in der Brunnenstraße 183 von einem auf Rendite bedachten Investor vor die Tür gesetzt worden sei. Auch der Eigentümer des Gebäudes in der Kastanienallee wolle nun das Haus aufmotzen und die mittellosen Bewohner gegen eine zahlungswillige Designer-Szene austauschen.
Die Zerstörung nichtkommerzieller Lebensräume müsse gestoppt werden, forderten die Macher. Der Umsonstladen versteht sich als "praktische Waren- und Komsumkritik". In den Räumen wurden Dinge verschenkt.
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