Nach Überfall auf Kneipe
Polizei bereitet sich auf Neonazi-Demonstration vor
Am Wochenende wollen Hunderte Neonazis durch Berlin-Mitte marschieren, um gegen "linke Gewalt" zu demonstrieren. Anlass ist ein Überfall mit Brandsätzen auf ein Lokal der rechten Szene in Treptow, bei dem ein Mann schwer verletzt wurde. Die Berliner Polizei befürchtet Ausschreitungen.
Die Berliner Polizei bereitet sich auf eine Demonstration von Rechtsextremisten am Sonnabend in Mitte vor. Etwa 200 bis 300 Neonazis wollen durch die Straßen marschieren und gegen "linke Übergriffe" demonstrieren. Es wurden bereits fünf Gegenveranstaltungen angemeldet. Die Polizei befürchtet Ausschreitungen, sollten die Demonstrationszüge auf den Marsch der Neonazis treffen. Die Polizei hat zwölf Hundertschaften im Einsatz.
Hintergrund ist der Molotow-Anschlag Anfang der Woche gegen die Szene-Kneipe "Zum Henker" in Treptow. Maskierte hatten aus einem Auto heraus zwei Brandsätze auf das Lokal an der Brückenstraße im Ortsteil Niederschöneweide geworfen. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich rund 40 Personen, die überwiegend der rechten Szene zuzuordnen sind, in der Kneipe.
Einige der Gäste liefen, nachdem sie den Feuerschein sahen, aus der Gaststätte und konnten den flüchtigen Täter zunächst überwältigen. Einrückwärts fahrendes Auto, in dem sie weitere Täter vermuteten, versuchten die Lokalgäste zu stoppen. Der Fahrer steuerte dabei das Auto rücksichtslos in die Menschenmenge, um seinem Komplizen die Flucht zu ermöglichen. Ein 23-Jähriger warf sich auf die Motorhaube des Wagens, der erneut zurückgesetzt wurde und dabei zwei weitere Männer anfuhr.
Ein 28-Jähriger wurde überrollt, erlitt lebensgefährliche Kopfverletzungen, musste in einem Krankenhaus notoperiert werden und wird dort weiterhin intensivmedizinisch betreut. Der 23-Jährige, der auf das Auto gesprungen war, erlitt einen Nasenbeinbruch und ein 18-Jähriger eine Beinfraktur.
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