30.12.12

Köpenick

Polizist stoppt Hells Angel mit Warnschuss

Ein Polizeibeamter musste in der Nacht zum Sonntag in Köpenick einen Warnschuss abgeben, um seinen Kollegen vor einem rabiaten Rocker zu beschützen. Der Hells Angel wurde schließlich überwältigt und festgenommen. Er sieht mehreren Strafermittlungsverfahren entgegen. Die Polizisten blieben unverletzt.

Gegen 23 Uhr war der Zivilstreife ein zu schnell und auch unsicher fahrender Mann in einem Mercedes aufgefallen. An der Wendenschloßstraße bremste der 31-Jährige so heftig und unerwartet, dass es beinahe zu einer Kollision kam. Anschließend flüchtete er weiter, an der Dregerhoffstraße unweit einer Kleingartenkolonie stoppte er seinen Wagen erneut, es kam zu einem Zusammenstoß, nach dem der Mann wiederum flüchten wollte.

Die Beamten konnten den Rocker an der Weiterfahrt hindern und zum Aussteigen bewegen. Laut Polizei bedrängte er einen der Beamten so sehr, dass sein Kollege "in Befürchtung eines Angriffs" einen Schuss in die Luft abgab. Außerdem setzten die Beamten Pfefferspray gegen den Autofahrer ein. Erst dadurch beruhigte sich der 31-Jährige für Sekunden, er wurde zu Boden gebracht und anschließend zum Polizeiabschnitt gefahren. Dort wurden seine Personalien überprüft, wodurch auch seine Zugehörigkeit zu den Hells Angels deutlich wurde. Eine entsprechende Kutte hatte er nicht getragen. Nach der Kontrolle wurde der Mann wieder auf freien Fuß gesetzt.

Die Polizei leitete in der Folge gegen den Rocker vier Verfahren ein – wegen Fahrens unter Alkohol, wegen Fahrens ohne Führerschein, unerlaubten Entfernens vom Unfallort sowie wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamten. Die Staatsanwaltschaft wurde eingeschaltet. Zudem könnten weitere Ermittlungen wegen Sachbeschädigung auf ihn zukommen – bei dem Zusammenstoß wurde das Einsatzfahrzeug beschädigt. mb

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