14.12.12

Eisenhüttenstadt

Massenschlägerei in Asylbewerberheim

In der Zentralen Ausländerbehörde Brandenburgs in Eisenhüttenstadt (Oder-Spree) ist es wegen Streitereien unter Asylbewerbern zu Massenschlägereien gekommen. Dutzende Polizisten waren dort am Mittwoch und Donnerstag im Einsatz. Das berichtete die "Märkische Oderzeitung" am Freitag. Ein Sprecher der Polizei bestätigte die Auseinandersetzungen. Ein Polizist sei leicht verletzt worden, sagte er. Entgegen anderslautenden Informationen seien keine Asylbewerber verletzt worden. Das bestätigte auch der Leiter der Einrichtung. Ein Mann wurde wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt festgenommen.

Ausgangspunkt war am Mittwoch laut dem Blatt ein Streit unter Kindern aus verschiedenen Ländern. Die Eltern hätten sich erst verbal eingemischt, später sei eine Schlägerei zwischen rund 40 Personen ausgebrochen. Die Polizei rückte laut Sprecher Peter Salender mit Dutzenden Beamten an, um die Streithähne auseinanderzuhalten.

Am Donnerstagvormittag seien die Prügeleien weitergegangen. Bis zu 70 Beamte waren zeitgleich in der Ausländerbehörde. Nach einem Schlichtungsgespräch habe sich die Situation dann offensichtlich beruhigt, sagte Salender. Die Polizei sei nicht mehr präsent, stehe aber mit der Einrichtung in Verbindung.

Vorfälle dieser Art kämen bei Normalbelegung etwa drei oder vier Mal pro Jahr vor, sagte der Leiter der Einrichtung, Stephan Bock. Derzeit sei das Haus mit 480 Flüchtlingen aus rund 20 Nationen fast voll belegt. Das mache Auseinandersetzungen wahrscheinlicher. "Diese Menschen stehen permanent unter Stress. Da reicht manchmal ein Funke, dass etwas passiert", sagte Bock. Der Konflikt sei mit Hilfe von Dolmetschern relativ schnell geschlichtet worden.

Man versuche derzeit, zumindest die Essensausgabe, bei der es oft zu Streitigkeiten komme, anders zu organisieren. Der Wachschutz sei nach den Vorfällen der vergangenen Tage etwas verstärkt worden. Die Einrichtung ist für 550 Menschen ausgelegt, in der Praxis seien es laut Bock aber maximal 500 Plätze. In den letzten Wochen waren teilweise bis zu 590 Menschen hier untergebracht.

Quelle: dpa/bee
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