28.11.2012, 16:43

Frankfurt (Oder) Staatsanwaltschaft ermittelt nach Leichendiebstahl

Im Fall der zwölf gestohlenen Leichen hat die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) nun offiziell Ermittlungen aufgenommen. Im Fokus stünden mehrere Bestattungsunternehmen und ein Fuhrbetrieb, sagte Staatsanwalt Ingo Kechichian am Mittwoch. Ermittelt werde wegen des Verdachts auf Betrug sowie Störung der Totenruhe. Anzeigen seien von Amts wegen durch die Polizei und einen Angehörigen erstattet worden.

Die Untersuchungen stünden noch ganz am Anfang, sagte Kechichian. Um zu klären, ob ein Betrug vorliege, müssten die Absprachen der einzelnen Bestattungsunternehmer mit den jeweiligen Angehörigen genau geprüft werden. Vorwürfe von Angehörigen, die Toten hätten teilweise noch mit Krankenhausschläuchen in den Särgen gelegen, kenne die Staatsanwaltschaft derzeit nur aus den Medien. Zur Überprüfung seien Protokolle und Fotos der polnischen Polizei angefragt.

Diebe hatten in der Nacht zum 15. Oktober einen Transporter eines Bestattungsfahrdienstes samt Leichen bei Berlin gestohlen. Eine Woche später wurden Fahrzeug und Särge in einem Wald in Polen entdeckt, etwa 85 Kilometer von Posen (Poznan) entfernt. Eigentlich sollten die Toten mit dem Fahrzeug nach Sachsen gebracht werden, um dort eingeäschert zu werden. Mehrere Bestatter hatten den Transport bei einem Unternehmen in Hoppegarten (Märkisch-Oderland) in Auftrag gegeben. Die Hinterbliebenen mussten bis Anfang November um die Rückkehr der Leichen bangen. In Polen waren vier Verdächtige festgenommen worden.

(dpa/bee)
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