Olympia in Berlin

Für den Olympiawettstreit gibt Berlin 2,5 Millionen Euro aus

Die Bewerbung für Olympia lässt sich Berlin Millionen kosten. Mehr als die Hälfte des Geldes steuern private Unternehmen bei, zum Beispiel mit kostenlosen Werbeflächen.

Den Kampf um Olympia lässt sich Berlin einen Millionenbetrag kosten. Nach Informationen der Berliner Morgenpost aus Senatskreisen gibt die Stadt in der ersten Phase der Bewerbung 2,5 Millionen Euro aus, um 2024 oder 2028 Olympische und Paralympische Spiele austragen zu dürfen. Rund eine Million Euro will der Senat demnach für die Bewerbung aus Landesmitteln bereitstellen, sie stammen aus dem Etat der Stadtimage-Kampagne "Be Berlin". Weitere 1,5 Millionen Euro wollen private Unternehmen aus dem Wirtschaftsverbund Berlin-Partner beisteuern. Zusätzliches Geld aus dem Haushalt werde in der ersten Bewerbungsphase nicht benötigt, hieß es. Am 21. März will der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) offiziell bekannt geben, ob er sich mit Berlin oder Hamburg um die Spiele bewerben will.

Aus den 2,5 Millionen Euro hat der Senat unter anderem die vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) geforderte Interessenbekundung finanziert, in der erste Eckdaten über die mögliche Austragung, die Wettkampfstätten und die Kosten dargestellt wurden. Aber auch die derzeitigen "Olympischen Wochen" werden aus diesem Etat bestritten. In den kommenden Wochen soll eine Vielzahl weiterer Veranstaltungen, darunter auch Bürgerdiskussionen, dafür sorgen, dass bei den Berlinern der Funke der Begeisterung für Olympia überspringt.

Zahlreiche Werbe-Events für Olympia

Doch schon in den vergangenen Tagen hat Berlin zahlreiche Werbe-Events für Olympia erlebt. Dafür hat die Stadt aus verschiedenen Einzeletats bereits rund 234.000 Euro ausgegeben, wie aus einer Antwort des Senats auf eine parlamentarische Anfrage der Linken hervorgeht. 138.520 Euro kostete demnach allein die Entwicklung des Leitmotivs "Wir wollen die Spiele", 60.400 Euro zahlte der Senat zudem für eine Antwortbroschüre zu den Fragen des DOSB. Weitere Ausgaben in Höhe von 166.000 Euro sind bereits fest eingeplant. "Das Versprechen, Olympische Spiele bescheiden und transparent gestalten zu wollen, wird nicht einzuhalten sein", kritisierte die Linken-Abgeordnete Gabriele Hiller. Dies alles geschehe zudem an den Haushaltsgremien des Abgeordnetenhauses vorbei.

Die privaten Unternehmen Wall und Ströer haben Werbeflächen kostenfrei zur Verfügung gestellt. Auch Busse der landeseigenen Verkehrsbetriebe (BVG) und Fahrzeuge der Stadtreinigung BSR sind, ohne dass es den Landesetat direkt belastet, mit Olympia-Werbung unterwegs. Der Flughafen Tegel und die Fluggesellschaft Air Berlin werben ebenfalls mit dem Slogan "Wir wollen die Spiele". Spots laufen dazu im Radio sowie auf U- und S-Bahnhöfen. Auch im Sportunterricht und in den Sportvereinen, bei Events wie Bundesligaspielen sowie in den sozialen Netzwerken soll Stimmung für Olympia gemacht werden.

Mit den "Olympischen Wochen" will der Senat die Berliner positiv für Olympische Spiele einstimmen. In der letzten Februarwoche lässt der DOSB in den beiden Bewerberstädten die Stimmung in der Bevölkerung von einem Meinungsforschungsinstitut abfragen. Das Ergebnis soll maßgeblichen Einfluss auf die Entscheidung haben, mit wem Deutschland in das Rennen um die Spiele 2024 oder 2028 geht – und dann mit Rom und Boston konkurriert. Es wird zudem damit gerechnet, dass sich auch die Hauptstadt Katars, Doha, um die Austragung bewirbt.

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