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Über textile Freiheit im Frühling

Wir müssen uns nicht mehr quetschen. Das ist die schöne Botschaft des kommenden Frühlings. Also in der U-Bahn und im Flugzeugsitz wird die Quetscherei weitergehen, aber was Ihre Anziehsachen betrifft, steht uns eine neue Weite ins Haus. Volumen ist das neue Oversize. Das bedeutet, auch wenn die Bluse am Körper enger sitzt, Ärmel dürfen weit sein, Volants sind wieder erlaubt. Allerdings nicht in dem strengen viktorianischen Stil, der uns vor ein paar Jahren modisch begleitet hat, sondern lässiger, weicher, luftiger. Farbig kombiniert werden diese Modelle mit hellen Gelb- oder Blautönen. Ganz wie der Frühling nun hoffentlich bald wieder sein blaues Band durch die Lüfte sausen lässt. Wenn nicht, entscheidet man sich vielleicht für eine himmelblaue Bluse aus dem Hause Céline oder ein sommerliches Hemdblusenkleid von Stella McCartney, um nur zwei Designer zu nennen, die diesen Trend in ihren aktuellen Kollektionen aufgenommen haben. Kleider haben eine lockere, fallende Silhouette, Hosen weite Beine und einen in der Taille sitzenden Bund, wie man ihn vor kurzem noch bei Victoria Beckham bewundern konnte.

Fast könnte man meinen, die Entwürfe rebellierten gegen die traditionelle Frauenmode, die gerne körperbetont daherkommt. Ganz im Sinne der vielen Frauen, die in den USA gegen Machos und Sexismus auf die Straße gehen. Auch in diesem Zusammenhang gilt wohl: Wir lassen uns nicht länger einquetschen. Auch wenn es von der modischen Seite her vermutlich nicht länger dauert als eine Saison.

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