"Sing meinen Song"

Nicht ohne meine "Sportschau"

Sänger Seven, Sascha Vollmer und Alec Völkel, Nena, Xavier Naidoo, Annett Louisan, Wolfgang Niedecken und Samy Deluxe sind die Teilnehmer der neuen Staffel „The Voice of Germany“

Foto: Klaus-Dietmar Gabbert / dpa

Sänger Seven, Sascha Vollmer und Alec Völkel, Nena, Xavier Naidoo, Annett Louisan, Wolfgang Niedecken und Samy Deluxe sind die Teilnehmer der neuen Staffel „The Voice of Germany“

Im April beginnt die neue Staffel von „The Voice of Germany“. Bei der Präsentation in Berlin erzählen die Kandidaten, was sie erwarten

Nur wenn es einen Fernseher gebe, könne er mitmachen, stellte Wolfgang Niedecken vorab klar. Denn er sei unter keinen Umständen bereit, auf die "Sportschau" zu verzichten. Erst nachdem Xavier Naidoo ihn beruhigt habe, dass der Aufenthalt daran nicht scheitern solle, sagte er zu. Den Dreharbeiten für "Sing meinen Song" in Südafrika steht nun nichts mehr im Wege. Vergangene Woche wurden die Künstler der dritten Staffel im Club "Spindler und Klatt" an der Köpenicker Straße vorgestellt. Neben Gastgeber Naidoo und Niedecken reisen auch Nena, Samy Deluxe, Annett Louisan, The BossHoss und der Schweizer Funksänger Seven nach Kapstadt. Ab dem 12. April werden die Folgen dienstags um 20.15 Uhr auf Vox ausgestrahlt.

Bei der Präsentation spielt eine fünfköpfige Band, Xavier Naidoo ruft die Künstler nacheinander auf die Bühne. Samy Deluxe hat extra einen kleinen Text für die Pressekonferenz erdacht und rappt ihn vor. Nena betont, die Teilnahme sei für sie "die reine Freude". Sie gehe mit Demut und Respekt an die Aufgabe heran. "Niedecken und ich sind von uns hier definitiv am längsten auf der Bühne", sagt sie. Naidoo wirft Fragen in den Raum wie: "Kann Annett Louisans Musik männlich klingen?", "Wie klingt Niedecken, wenn er von The BossHoss gesungen wird?" und "Samy ist der beste Sänger von allen Rappern. Aber können die anderen Teilnehmer rappen?" Samy Deluxe lacht leise und wirkt trotz Bequem-Outfit aus Jogginghose und Turnschuhen hellwach und schlagfertig. "Ich bringe zu 'Sing meinen Song' einen gesunden Mix aus Gesang, Rap und Poetry mit", erklärt er. "Und ich werde auch ein bisschen Beatboxen einbringen." Auf die Frage, ob ein Song wie sein "Grüne Brille" den Weg in die Sendung finden werde, verspricht er: "Es wird von mir kein drogenverherrlichender Song dabei sein. Insofern habe ich keine juristische Konsequenz zu fürchten."

Einig sind sich die Musiker vor allem in einem: Das mit Wolfgang Niedeckens auf Kölsch verfassten und gesungenen Texten wird alles andere als einfach. Vor allem freuen sich die Musiker, endlich einmal die Lyrics zu enträtseln. Annett Louisan gibt zu, bei Niedeckens Band Bap am Anfang "nicht so wahnsinnig viel verstanden zu haben", Naidoo ergänzt: "Jetzt, wo wir uns mit ihnen befasst haben: Ihr schreibt wirklich gute Texte."

The BossHoss, bestehend aus Alec Völkel und Sascha Vollmer, nehmen die Kölsch-Herausforderung gerne an, hatten anfangs aber Schwierigkeiten, überhaupt auf Deutsch zu singen. "Das fühlt sich völlig fremd an", erklärt Völkel. "Wenn man das zum ersten Mal macht, muss man zunächst damit warm werden, sich dazu zwingen. Aber irgendwann läuft's dann." Sascha Vollmer erläutert noch ein anderes Pro­blem. "Für uns kam noch hinzu: Wird Country-Stil auf Deutsch gesungen, klingt man schnell wie Truck Stop oder Gunter Gabriel, gerade mit tiefen Männerstimmen. Und in der Ecke wollen wir natürlich nicht stehen." Wichtig sei, dass sich der fremde Song wie ein BossHoss-Song anhöre. Dass die Berliner bei einem Projekt wie "Sing meinen Song" mitmachen, ist kein Zufall. Schon mit ihrer Teilnahme an der Castingshow "The Voice" machten sie klar, dass sie eher für anspruchsvollere Musik-Formate zu haben sind. "Es gibt so viel Schrott im Fernsehen", sagt Sascha Vollmer. Alec Völkel ergänzt: "Es ist einfach nicht viel los im deutschen Fernsehen, was Anspruch vermittelt und nicht nur plump auf Quote setzt." Beide sind sich einig, dass es möglich ist, musikalische Qualität unter ein breites Publikum zu bringen. Dass die Zuschauer nicht für blöd verkauft werden müssen. "Das hat der Erfolg der ersten beiden Staffeln ja gezeigt", sagt Vollmer.

Dass ihnen, wie in den vergangenen Staffeln geschehen, bei der Sendung vor Rührung die Tränen kommen könnten, erwarten The BossHoss nicht. "Wir sind nicht so nah am Wasser gebaut", sagt Völkel. "Aber Musik kann starke Emotionen erzeugen und wir lassen es auf uns zukommen, welches Lied uns wie erwischt." Vollmer kann sich vorstellen, dass gerade die besondere Stimmung in Südafrika ihren Teil dazu beiträgt – ebenso wie einige Gläser Wein, die unter Umständen noch dazukommen.

Bleiben Sie informiert:
Die Berliner Morgenpost in sozialen Netzwerken.
Folgen Sie uns auf Twitter