Musikgeschichte in Berlin

Auf den Spuren von David Bowie

Til Schweiger, Tim Bendzko und Tom Rosenthal laden in den Hansa Studios zum Gespräch über Berlins Musikszene in den 80er-Jahren

Foto: Getty für Beats by Dre

Depeche Mode waren schon dort, U2, Nick Cave & The Bad Seeds, Iggy Pop und Falco auch. Seitdem David Bowie Ende der 70er-Jahre in den Hansa Tonstudios sein Album "Heroes" mit dem gleichnamigen, vom Anblick der nur wenige Meter entfernten Berliner Mauer inspirierten Song aufgenommen hatte, genoss das Haus an der Köthener Straße auch bei internationalen Künstlern einen exzellenten Ruf. Sie schwärmten von der hervorragenden Akustik in der "Big Hall by the Wall", dem prachtvollen Ambiente und der Geschichte des Meistersaals, der einst als Tanzsaal für SS-Offiziere diente, und vom Blick aus dem Fenster des Kontrollraums auf die Mauer.

Welcher Ort könnte also besser geeignet sein, um unter nationalen und internationalen Experten über Musik zu diskutieren? Zu einer solchen Runde hatte am Mittwochabend der Audiotechnik-Hersteller Beats Electronics von Rapper Dr. Dre eingeladen. Beim "Beats by Dre Sound Symposium" sprachen in Kreuzberg Schauspieler Til Schweiger, Sänger Tim Bendzko, sein britischer Kollege Tom Rosenthal, Tonmeister und Produzent Michael Zimmerling, Moderator Patrice Bouédibéla und Beats-Präsident Luke Wood.

Das Symposium hatte zuvor bereits in London und Tokio stattgefunden. In Berlin erwartete die Gäste unter den Kronleuchtern des Meistersaals neben einer angeregten Diskussion eine Live-Performance von Tom Rosenthal am Klavier und ein Auftritt der Leipziger Band Malky.

"Ich bin der ungeduldigste Mensch der Welt, wenn es um Musik geht. Deshalb ist es gut, Leute um sich zu haben, die wissen, was sie tun", sagte Tim Bendzko, der sein letztes Album in den Hansa Studios aufgenommen hat. Um final zu wissen, ob ein neuer Song aus seiner Feder wirklich gut sei, müsse er diesen aber immer erst beim Fahren auf seinem Autoradio testen.

Til Schweiger, der für seinen Kinoerfolg "Honig im Kopf" auch den Song "Go Solo" von Tom Rosenthal verwendet hat, unterstrich die Bedeutung von Musik für den Film. "Du hast nur 120 Minuten Zeit, um eine Geschichte zu erzählen und mit Musik kann man Emotionen transportieren. Deshalb ist sie essentiell wichtig für Filme", so der Schauspieler und Regisseur. Das Lied von Tom Rosenthal haben ihn schon beim ersten Akkord direkt in die Seele getroffen.

Ehrfürchtig zeigten sich alle Teilnehmer angesichts des musikhistorischen Ortes. "Wie viele Leute bin ich ein großer Fan von David Bowie", sagte Luke Wood. Als Jugendlicher sei er einmal quer durch die USA gefahren, um Peter Buck von R.E.M. an seinem Wohnort zu treffen. Seitdem sei er immer wieder an Orte gefahren, an denen Musikgeschichte geschrieben wurde. An diesem Tag nun endlich auch in die Hansa Studios nach Berlin.

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