Ehrung

"Boulevard der Stars" bekommt 20 neue Sterne

Nachdem im vergangenen Jahr die Verlegung verschoben wurde, werden am 4. September gleich Sterne von zwei Jahrgängen eingeweiht. Diane Kruger will zur Eröffnung kommen.

Foto: dpa / pa/Eibner-Presse

Mario Adorf, Marlene Dietrich und Thomas Gottschalk werden endlich wieder neue Nachbarn am Potsdamer Platz bekommen: Mit einem Jahr Verspätung sollen am 4. September 20 neue Sterne zu Ehren deutscher Filmschaffender auf dem "Boulevard der Stars" verlegt werden – zehn für 2013, weitere zehn für 2014. Das teilen Georgia Tornow, Geschäftsführerin der Boulevard der Stars gGmbH, Direktor des Museums für Film und Fernsehen Deutsche Kinemathek, Rainer Rother, sowie Alfred Holighaus, Geschäftsführer der Deutschen Filmakademie, mit.

"Ich versichere Ihnen, dass wir es diesmal hinkriegen, die Sterne im September blitzeblank zu verlegen und nicht wieder verschieben müssen", sagte Georgia Tornow. "Die Probleme mit dem Belag, aufgrund derer wir im letzten Jahr gezwungen waren auszusetzen, haben wir bis dahin im Griff."

81 herausragende Persönlichkeiten des deutschen Films haben bereits einen Stern in dem "wachsenden Denkmal", das 2010 in Zusammenarbeit der Stiftung Deutsche Kinemathek und der Stadtentwicklungsverwaltung verwirklicht worden war und an den "Walk of Fame" in Los Angeles erinnert.

Nach einem Jahr Wartezeit sollen nun unter anderen die drei Schauspieler Christoph Waltz, Hardy Krüger und Hannelore Elsner sowie Regisseur Tom Tykwer und seine Kollegin Helke Misselwitz endlich ihre Sterne bekommen. Und auch für 2014 hat sich die Jury für eine bunte Mischung an Persönlichkeiten entschieden. Auserwählt wurden die Schauspieler Daniel Brühl, Diane Kruger, Claudia Michelsen, ihr bereits verstorbene Kollege Otto Sander, die Regisseure Andreas Dresen, G.W. Pabst und Egon Günther sowie die Maskenbildnerin Heike Merker, der Kameramann Gernot Roll und die Regisseurin Lotte Reiniger.

Smartphone-App könnte den Boulevard ergänzen

"Hannelore Elsner hat fest zugesagt und will am 4. September unbedingt dabei sein", sagte Georgia Tornow. "Und auch das Management von Diane Kruger hat versichert alles daran zu setzen, dass sie bei der Verleihung anwesend ist – ich habe ein sehr gutes Gefühl."

Doch es gibt neben der baulichen Schwierigkeiten noch eine weitere Herausforderung, der sich die Initiatoren stellen müssen. "Nicht alle ausgezeichneten Persönlichkeiten sind den Passanten, die über den Boulevard gehen, bekannt", erklärt Alfred Holighaus, der gleichzeitig Sprecher der Jury ist. "Deshalb arbeiten wir gerade an einer Lösung, wie wir den Besuchern diese Leute näher bringen können, wahrscheinlich durch eine App auf dem Smartphone", so Georgia Tornow.

Nötig sei das auch in Fällen wie bei Schauspieler Klaus Kinski, nachdem seine Tochter Pola Kinski ihn in ihrer Autobiografie 2013 des sexuellen Missbrauchs beschuldigt hat. "Lange Zeit überlegten wir, ob wir den Stern entfernen oder schwärzen sollten", so Holinghaus. "Aber wenn diese Tatsache nun in einem kurzen Text über ihn thematisiert wird, ist das unserer Meinung nach die richtige Lösung – und der Stern kann bleiben."

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