Ifa 2010
Funkausstellung öffnet ihre Tore
Freitag, 3. September 2010 10:14Mit einer Gala ist am Abend auf dem Berliner Messegelände die Internationale Funkausstellung 2010 eröffnet worden. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zeigte Humor, als sie der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) bei der Begrüßung beförderte.
Die Internationale Funkausstellung ist am Abend eröffnet worden. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) rief die Unternehmen zu einem „langen Atem“ bei der Entwicklung neuer Produkte auf. „Die Finanzmärkte sind wichtig, aber sie dürfen nicht die alleinigen Treiber wirtschaftlicher Entwicklung sein“, sagte sie bei der offiziellen Eröffnungsveranstaltung in Berlin. Die „Realwirtschaft“ müsse deutlicher auftreten und ihre Interessen vertreten. „Sie können bestimmte Dinge nicht entwickeln, wenn sie nicht ein Stück weit den langen Atem haben.“
Mit Humor nahm Merkel die Tatsache, dass Berlins Regierungschef Klaus Wowereit sie bei der Gala als "Frau Bundespräsidentin" begrüßte, sie damit zum Staatsoberhaupt machte. "Ich werde nächstes Jahr wiederkommen, auch wenn der Regierende Bürgermeister mich offensichtlich loswerden wollte“, entgegnete sie.
Merkel warnte angesichts der immer rasanteren technischen Entwicklung: „Man muss aufpassen, dass nicht Tiefgründigkeit verloren geht. Wer kann in zehn Jahren noch 25 Minuten oder 15 Minuten Nachrichtensendung ertragen?“ Die Kanzlerin bemerkte, die rechtlichen Dimensionen neuer Entwicklungen wie der Verknüpfung von Internet und Fernsehen seien noch nicht überschaubar. Sie verwies auf die Struktur von öffentlich-rechtlichen Anstalten, Privatsendern, die Gebührenerhebung und die Beteiligung der 16 deutschen Länderparlamente im Kontrast zum „freien weiten Internet“. „Das wird uns noch viel Kraft kosten, nicht nur sie, die die technischen Neuerungen entwickeln, sondern auch uns, die wir die Gesetze machen müssen.“
Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) rief die Branche bei der Eröffnungsgala dazu auf, einfach zu bedienende Geräte zu entwickeln, stärker den Klimaschutz zu beachten und auf der Messe auch die Risiken der digitalen Welt zu diskutieren. Als Beispiel nannte der Straßen- und Hausansichten im Internet, wie sie der umstrittene Google-Dienst Street View anbietet.
Weitere Informationen zur Ifa und ihren Neuheiten finden Sie im Spezial von Morgenpost Online.
Erschienen am 02.09.2010





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