23.01.10

Messe

Tipps für Last-Minute-Besuch der Grünen Woche

Das Wetter ist herrlich, aber vielleicht haben Sie doch noch einmal Lust, die Grüne Woche in den Messehallen am Funkturm zu besuchen. Am Sonntag besteht dazu die letzte Gelegenheit. Morgenpost Online hat interessante Tipps für Familien und alle anderen zusammengestellt.

Von Daniel Müller
Foto: dpa

In der Länderhalle Brandenburg präsentiert Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) DIE lokale Spezialität: Spreewälder Gurken. Fachkundig assistiert das Gurkenkönigspaar.

47 Bilder

Für Familien

Der Kuh, die rund 100 Liter Milch in ihrem Euter trägt, entfährt nur ein wohliger Brummton bei der Prozedur: Die automatische Melkmaschine zurrt an ihren Zitzen - Dutzende neugierige Kinder stehen staunend davor. Via Lautsprecher erklärt ein Mann, wie der Melkapparat samt Computer funktioniert, der mit seinen rund 150 000 Euro Kosten nicht gerade etwas für den Hausgebrauch ist. Ja, der "ErlebnisBauernhof" in Halle 3.2 ist tatsächlich das, was er verspricht: Ein Erlebnis, für Klein - und Groß. Milch, ein "kuhles Getränk", gibt es hier in allen Facetten, aber noch viel mehr lässt sich in den eineinhalb Stunden, die man für diesen Besuch einplanen sollte, entdecken.

Wie entsteht Zucker? Woher kommen Schinken, Bratwurst und Co.? Und wie funktioniert eigentlich ein Flaschenzug? Wer all diese Fragen spielend beantworten kann, der sollte sich im großen Agrarquiz versuchen, das im Stile von "Wer wird Millionär?" angelegt ist. Als Belohnung kann sich die Familie dann noch Äpfel bedrucken lassen, mit ihren Wunschtexten.

Wer nicht übermäßig geruchsempfindlich ist, sollte unbedingt in Halle 25 vorbeischauen. Dort wird geblökt und gemuht, kikerikit und gesummt, gefaulenzt, gerannt und geschlafen. Ziegenböcke, Ponys, gehörnte Heidschnucken, Schweine, grimmige Büffel und Edelrinder werden hier präsentiert. Vor allem für Kinder ist dieser Aufmarsch der Tiere ein besonderes Erlebnis.

Für Verliebte

Die Rosenkönigin von Sangerhausen ist etwas verwirrt. Lächelnd präsentiert sie ihr tiefrotes Kleid, die hübsch hochgesteckten Haare mit dem Glitzerkrönchen und eigentlich, ja eigentlich, ihre Lieblingsblumen. Doch neben den gefärbten Rosen lässt sich kein geeigneter Sitzplatz finden in der Blumenhalle (9b). Und so setzt sie sich kurzentschlossen in ein Meer von Tulpen. Sieht auch schön aus. Wie hier überhaupt alles recht hübsch aussieht. Die Blumenhalle ist ein wahrer Ruhepol inmitten all der Messehektik. Das Licht fällt auf die Goethestatue inmitten des Areals, rundherum blüht, wächst, duftet, sprießt es. Für Verliebte ist dies der beste Rückzugsort, hier lässt sich wundervoll atmen, flirten, träumen, staunen. Ein Muss.

Für besonders ruhebedürftige Paare bietet sich zudem ein Gang nach draußen an, in den winterlich-weiß getünchten Sommergarten im Zentrum des Messeareals. Das stadionartige Gelände ist ob der niedrigen Temperaturen und unwirtlichen Bedingungen der optimale Ort für Einsamkeit - oder besser gesagt: Zweisamkeit. Und zum Aufwärmen danach gibt es in den Hallen ja genügend Angebote.

Für kulinarische Globetrotter

Ein kleiner Hinweis: Bitte gehen Sie unbedingt durstig und hungrig auf die Grüne Woche. Wer satt ist, verpasst einiges. Besonders empfehlenswert sind die Hallen 7.2c und 8.2, die gemeinsam das Zentrum der ausländischen Ernährungswirtschaft bilden.

Für Freunde des alkoholischen Getränks lässt sich hier allerlei probieren (nicht kostenlos!): vom süßen indischen Mango-Lychee-Rum über georgischen Champagner bis hin zum würzigen kanadischen "Mooseheadbeer" (etwa: Elchkopfbier). In Halle 8.2 haben die Iren einen traditionellen Pub samt Mobiliar aufgebaut, und zwischen traditionellen Volkstanzklängen lässt sich estischer Schnaps genießen.

Der berühmteste Käse Norwegens sieht aus wie ein Block Karamell. Ein bisschen sahnig-süß schmeckt er ja auch, der "Geitost", dieser orange-braune Ziegenmilchkäse, den man unbedingt probieren muss, wenn man an den Ständen der Nordlichter vorbeikommt. Stilecht tragen die Verkäufer hier dicke rote Norwegerpullis mit weißen Rentieren darauf. Dass die Überreste der echten Artgenossen vor ihnen als gebeizte Salami verkauft werden, ist der traurige wie schmackhafte Wink des Schicksals.

Aber auch die anderen Länder haben allerlei Köstliches zu bieten: Probieren Sie den litauischen Schweinenacken mit Knoblauch in der rustikalen Blockhütte oder die wie überdimensionierte Würmer wirkenden Lakritzstangen aus Dänemark. Sie sind der optimale, aromatische Ausklang der kulinarischen Reise. Und wer dazu noch etwas süßen Wein trinken möchte, der wähle kenianischen Papayawein - direkt gegenüber dem Lakritzstand.

Für alle

Vorweg: Natürlich dürfen sich auch Nichtverliebte in den Blumengarten begeben und Nichthungrige in die Welt der Fressbuden. Nicht, dass das hier noch nach Aussortieren klingt. So, und jetzt zu zwei Spezialtipps:

Ludger Fischer ist ein Original. Seinen niedersächsischen Landschinken verkauft der lange, hagere Mann mit den grauen Haaren nicht, er verbrüllt ihn. In bester Marktschreiermanier preist Fischer seit einer Woche jeden Tag acht Stunden lang seine Waren an - und verkauft für 2,50 Euro wahrlich köstliche Schinkenbaguettes. Das eigentliche Erlebnis aber, das ist er selbst. Zu bestaunen auf der Gemeinschaftsschau von Sachsen und Niedersachsen, Halle 5.2a.

Staunen kann man auch nur über den jungen Mann mit den dunklen Locken in der Ungarnhalle 10.2. Er heißt Norbert Hejja, ist 15 Jahre alt und Rubik's-Cube-Weltcup-Jugendmeister. Rubik's-Cubes, das sind diese vielfarbigen Zauberwürfel, die ganze Generationen von Jugendlichen und Kindern zur Verzweiflung getrieben haben. Hejja ist alles andere als verzweifelt, wenn er die Flächen in farblichen Gleichklang bringt - er schafft das in gerade einmal 13 Sekunden. Unermüdlich präsentiert er seine Kunst an einem reichlich unspektakulär ausgekleideten Tisch. Unbedingt vorbeischauen!

Die Grüne Woche 2010 in Zahlen

1589
Aussteller aus 56 Ländern sind in den Messehallen unter dem Funkturm dabei

100.000
Spezialitäten von allen fünf Kontinenten werden angeboten

115.000
Quadratmeter Ausstellungsfläche sind zu besichtigen

Vom 15. bis 24.
Januar ist die Messe täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet

Am 16., 22. und 23.
Januar werden die Tore erst um 20 Uhr geschlossen

12
Euro kostet die Eintrittskarte, ermäßigte Karten für Schüler und Studenten 7 Euro

7
Euro zahlt man für die Happy-Hour-Karte ab 14 Uhr, 25 Euro für die Familienkarte

100
Euro pro Person gibt jeder Besucher im Durchschnitt auf der Grünen Woche aus – ohne das Eintrittsgeld

11.000
Haus- und Heimtiere sind auf dem Messegelände zu erleben

400.000
Besucher mindestens erwarten die Veranstalter in den kommenden Tagen

23a
In dieser Halle findet die tägliche Sonderschau des Bundeslandwirtschaftsministeriums statt. Titel: "Hier wächst Zukunft – Innovation und Vielfalt für mehr Lebensqualität"

6.2.a
In dieser Halle an Stand 102 findet sich der Bio-Markt

5573
Kilometer sind es von Berlin nach Monrovia in Liberia – diese Distanz wollen Berliner Schulklassen auf Fitnessrädern auf der Grünen Woche radeln, um Geld für Menschen in Liberia zu sammeln
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