20.01.13

Agrarmesse

Die Grüne Woche bietet Kindern mehr als nur Häppchen

Von Hundeshow bis Haustierhalle: Auf der Messe können Kinder Küken streicheln, klettern und Insekten genau unter die Lupe nehmen.

Von Vera Weise
Foto: Glanze

Tierisch: Alexia (7) und Sandra (13) haben Freundschaft mit den kleinen Hunden in der Haustier-Halle geschlossen
Tierisch: Alexia (7) und Sandra (13) haben Freundschaft mit den kleinen Hunden in der Haustier-Halle geschlossen

Mit Känguru-Gulasch aus Australien und Bärenfleisch aus Estland lässt sich kein Kind für die Grüne Woche begeistern. Das wissen auch die Veranstalter der weltgrößten Agrarmesse und bieten daher zahlreiche Aktivitäten für die kleinen Besucher an.

Die einst als "Fressveranstaltung" verschriene Leistungsschau hat sich in den vergangenen Jahren zu einer familienfreundlichen Erlebnismesse gewandelt – bei der sich die Kleinen längst nicht mehr langweilen müssen, während die Großen schlemmen. Tiere streicheln, klettern oder auf Entdeckungsreise gehen – das macht Spaß. Die Berliner Morgenpost stellt einige Angebote vor.

Streicheln und staunen

In der Tier-Arena der Halle 1.2 staunt Jakob nicht schlecht, als ein schwarzer Pudel mit roter Schleife der Hundedompteurin auf die Schultern springt und ihre Mütze klaut. "Ganz schön frech", sagt der Fünfjährige zu seiner Großmutter, die mit ihm im Publikum der "Lustigen Hundeshow" sitzt. Die Vorführung findet jeden Tag um die Mittagszeit statt, am Sonntag startet sie um 12.30 Uhr.

Neben der Hunde-Attraktion gibt es hier noch Reptilien zu sehen. Hinter den Glasscheiben der Terrarien sitzen Schlangen, Vogelspinnen und ein gut getarntes Jemenchamäleon, das man erst auf den zweiten Blick entdeckt.

Ferkel auf Erlebnisbauernhof

Weniger exotisch, dafür aber umso niedlicher sind die Legehennen-Küken und die Putenküken auf dem Erlebnisbauernhof in der Halle 3.2. Die Glasvitrine mit den Legehennen-Küken ist oben offen. Die vierjährige Jenny ist ganz begeistert, dass sie die Tiere auch streicheln darf.

"Die sind süß", sagt sie zu ihrer Mutter. Das gilt auch für die elf Wochen alten Ferkel, die nur wenige Meter von den Küken entfernt in einem Stall liegen. Die Geruchsintensität der rosafarbenen Vierbeiner gefällt allerdings nicht jedem. "Das stinkt", sagt ein Mädchen mit zwei Zöpfen und hält sich die Nase zu.

Klettern und für Bäume in Brandenburg rudern

Der sechsjährige Felix ist gerade dabei, die acht Meter hohe Kletterwand in der Halle 4 zu erklimmen. "Du musst nach rechts greifen", ruft ihm sein Vater von unten zu. Wieder am Boden angekommen, berichtet Felix stolz: "Den roten Luftballon ganz oben habe ich fast berührt."

Links von der Kletterwand gibt es weitere Angebote für Bewegungsfreudige. Auf dem BMX-Parcours können Kinder ihre Geschicklichkeit testen. Allerdings sollten sie, wie auch bei der Kletterwand, mindestens sechs Jahre alt sein. Außerdem dürfen sich Kinder auch an dem Ruderergometer versuchen, das sich ebenfalls in der Halle 4 befindet.

Die erbrachte Ruderleistung werde in eine virtuelle Baumwachstumsleistung umgerechnet, erklärt Kay Havenstein von der Cottbuser Sportjugend. "Alle erruderten Bäume werden dann in Brandenburg als Setzlinge angelegt", sagt er. Das Klettern in der Halle 4 kostet drei Euro, das BMX-Fahren zwei Euro und das Rudern ein Euro. Wer alle drei Sportarten ausprobiert, bezahlt insgesamt nur vier Euro.

Trecker steuern und mit Bagger stapeln

Um den Baggersimulator in Halle 9 hat sich eine kleine Traube gebildet. Der zwölfjährige Lasse sitzt in einem schwarzen Sessel, an dessen Armlehnen Joysticks angebracht sind. Damit bewegt er den kleinen Bagger, der auf dem Podest vor ihm steht. "Es ist gar nicht so leicht, die Bauklötze übereinander zu stapeln", findet er.

Die richtigen Trecker auf dem Erlebnis-Bauernhof gefallen ihm am besten: "Ich habe vorher noch nie in so einem Teil gesessen. Die sind ja wirklich riesig." Ein Muss für Technikbegeisterte ist auch der Melkroboter, der zu dem vollautomatischen Kuhstall auf dem Erlebnis-Bauernhof gehört.

Tierisches wissen und erraten

Gleich hinter dem Eingang der Halle 9 erwartet die Besucher ein "Tierisches Quiz". Dabei gilt es, ganz unterschiedliche Fragen zu beantworten. Fußspuren müssen Tieren, und Tiere müssen Kontinenten zugeordnet werden. Außerdem werden den Kandidaten Schatullen mit verschiedenen Fellen gezeigt.

Zu sagen, welches Haar zu welchem Tier gehört, ist alles andere als einfach. "Hier verzweifeln manchmal auch die Eltern, die natürlich auch mitraten dürfen", sagt die Leiterin der Zooschulen, Daniela Wittwer, die das Quiz organisiert. "Auf die Schlauesten wartet am Ende eine kleine Belohnung", so Wittwer.

Forschen und entdecken

Unbedingt besuchen sollten Familien auch das Biotop in der Halle 26. Kinder können hier auf die Pirsch gehen und spielerisch Flora und Fauna kennenlernen. "Die meisten Kinder können gar nicht mehr zwischen einem Erdmännchen und einem Murmeltier unterscheiden. Das wollen wir ändern", sagt Rolf Meine vom Deutschen Jagdschutzverband.

Spannend ist auch der Wissenshof in der Halle 3.2. Dort lernen Kinder zum Beispiel, wie sich die Frische von Eiern anhand eines Durchleuchtungstest feststellen lässt. Wie das geht, weiß jetzt auch die Bundeskanzlerin. Bei ihrem Besuch auf der Grünen Woche untersuchte sie hier ein Ei mit der Taschenlampe.

Zur besseren Orientierung: Lagepläne kaufen

In der Halle 9 können kleine Forscher Insekten genau unter die Lupe nehmen. Als Forschungsobjekte dienen ihnen Milben und Raubwanzen.

Damit der Besuch der Grünen Woche unterm Funkturm nicht in Stress ausartet, sollten Familien im Vorfeld eine gemeinsame Route festlegen. Denn wer einfach so drauf los läuft, verliert bei mehr als 1600 Ausstellern aus 60 Ländern schnell die Übersicht. Hilfreich sind die Lagepläne, die es an den Eingängen für einen Euro zu kaufen gibt. >>>Oder Sie laden ihn sich hier herunter.<<<

© Berliner Morgenpost 2014 - Alle Rechte vorbehalten
P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie Fan von der Berliner Morgenpost.
Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Infos zur Grünen Woche
  • Öffnungszeiten

    Die Grüne Woche hat bis zum 27. Januar täglich von 10–18 Uhr geöffnet. Am 25. und 26. Januar wird die Öffnungszeit bis 20 Uhr verlängert.

  • Eintritt

    Eine Tageskarte kostet 13 Euro. Familien können ein paar Euro sparen. Für 26 Euro dürfen zwei Erwachsene mit drei Kindern bis 14 Jahren auf die Messe. Kinder unter 6 Jahren zahlen keinen Eintritt. Auch für Schüler und Studenten gibt es Ermäßigungen. Für sie kostet der Eintritt 9 Euro. 9 Euro bezahlen auch Besucher, die erst nach 14 Uhr kommen. Das Sonntags-Ticket kostet 10 und die Dauerkarte 55 Euro.

  • Erreichbarkeit

    Wer mit den öffentlichen Verkehrsmitteln kommt, erreicht die Messe bequem von den U-Bahnhöfen Theodor-Heuss-Platz und Kaiserdamm. Ganz in der Nähe die S-Bahnhöfe Messe Süd, Westkreuz sowie Messe Nord.

Top-Thema
title
Die besten Berlin-Videos

Das sind die Youtube-Favoriten der Redaktion.

Video Nachrichten mehr
Unglück in Moskau Total-Chef stirbt bei Kollision mit Schneepflug
Afghanistan Erneuter Terroranschlag in Kabul
Ukraine Panik bei Pressekonferenz in Donezk nach Explosion
DJ Hardwell Holländer zum zweiten Mal bester DJ der Welt
Top Bildershows mehr
Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Fotogalerie

Das sind die Berliner Bilder des Tages

Lichterglanz

Berlin erstrahlt beim "Festival of Lights"

In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote