17.01.13

Messe

Erstmals besucht die Kanzlerin die Grüne Woche in Berlin

Die 78. Grüne Woche lädt wieder zur kulinarischen Weltreise ein. 1630 Aussteller aus 67 Ländern zeigen, was die Agrarwirtschaft zu bieten hat.

Quelle: Reuters
18.01.13 1:32 min.
Zum Auftakt besuchte Bundeskanzlerin Angela Merkel die Grünen Woche. In ihrer Ausrichtung als Ausstellung der Ernährungs- und Landwirtschaft, sowie des Gartenbaus, gilt die Messe als einzigartig.

26 Hallen am Funkturm, Hunderttausende Besucher und Millionen-Umsätze für die Aussteller – das ist die Internationale Grüne Woche in Berlin. "Die weltgrößte Messe für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau" lädt vom heutigen Freitag an zu einem kulinarischen Ausflug durch fünf Kontinente ein. Mit mehr als 60 Ländern und rund 100.000 verschiedenen Spezialitäten ist das Angebot auf der 78. Grünen Woche so groß wie seit Jahren nicht mehr. Erstmals kommt an diesem Freitag Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu einem Messerundgang. Offiziell eröffnete Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU) am Donnerstagabend die Grüne Woche.

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Bis zum 27. Januar zeigen 1630 Aussteller aus 67 Ländern – acht mehr als im Vorjahr –, was die Agrarwirtschaft zu bieten hat. Der Besucher kann sich durch ausgefallene Spezialitäten probieren, wie das "DjuDju-Bier" mit Mango-Geschmack aus Ghana, gebratene Seeigel aus Norwegen oder luftgetrocknetes Bison-Fleisch aus Kanada. Wem das zu exotisch ist, der kann sich auch mit eher klassischen Köstlichkeiten wie holländischem Käse, italienischen Weinen oder englischer Schokolade verwöhnen lassen.

In diesem Jahr wollen die Veranstalter die Besucher mit Slogans wie "Entfalte Deine Natur" oder "Lass Deine Sinne jubeln" auf die Messe locken. Eines der zentralen Themen auf der Grünen Woche sind Regionalität, Qualität und Herkunft der Produkte. Sprecher Wolfgang Rogall sagt: "Für die Verbraucher ist das einfach unheimlich wichtig zu wissen: Woher kommt mein Produkt? Wer steckt dahinter? Wie gut ist die Qualität tatsächlich? Deshalb hoffen wir, auch in diesem Jahr mit den vielen Ausstellern und diesem thematischen Schwerpunkt an die Besucherzahlen des vergangenen Jahres anknüpfen zu können."

Partnerland Niederlande

Ein Vorzeigebeispiel sind die Niederlande. Schon seit 1953 ist Holland mit einem Gemeinschaftsstand auf der Grünen Woche vertreten. Zu ihrem 60. Messejubiläum sind die Niederlande nun offizieller Partner der Grünen Woche. In Halle 18 können Besucher "Frau Antje" Guten Tag sagen, Käse, Tomaten oder Matjes probieren. Lebensmittel, die seit langem fester Bestandteil im deutschen Handel sind. Um jeden von der Qualität ihrer Erzeugnisse zu überzeugen, haben die Niederländer eine "Wissensinsel" in der Halle aufgebaut. Hier wird die komplette Wertschöpfungskette vom Saatgut bis zum Endprodukt dargestellt.

Wirtschaftsfaktor Messe

Neben bekannten Ausstellern gibt es in diesem Jahr auch einige Premieren. So wird es zum ersten Mal einen Aussteller geben, der die kosovarische Esskultur präsentiert. Um ein möglichst authentisches und nachvollziehbares Bild dieser Kultur zu liefern, wird das Nationalgericht "Flija" in einer traditionellen Speisezeremonie vor Ort im Ofen gebacken. "Flija" ist eine Gebäckspezialität und wird mit Sahne, Käse, Joghurt oder Konfitüre serviert.

Zum ersten Mal wird sich auch das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung mit einem eigenen Stand präsentieren. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) schlenderte in den vergangen Jahren schon als regelmäßiger Gast über die Messe, nun will sein Ministerium die Besucher als Aussteller über ihre Arbeit informieren. Im Vordergrund steht dabei das Engagement für den ländlichen Raum. Bauen und Wohnen, Mobilität und die Infrastruktur auf dem Land gehören zu den Themenfeldern des Ministeriums. Zu besuchen ist der Stand in Halle 4.2 in der Gemeinschaftsschau "Lust aufs Land – gemeinsam für die ländlichen Räume". Im Rahmen dieser Schau wurde ein Dorf stilecht nachgebildet. Auf der großen LandSchau-Bühne wird alles gezeigt, was ein Dorf so ausmachen kann: Tracht und Techno, traditionelle Handwerkskunst und zukunftsweisende Projekte.

Wie jedes Jahr bietet die Grüne Woche auch auf 20 Bühnen Unterhaltung und Show. Tierfreunde können sich täglich in Halle 1.2 wechselnde Shows mit Rassehunden- oder Katzen ansehen. Außerdem beantwortet die Tierärztekammer Berlin Fragen zur Hundehaltung und in zahlreichen Vorträgen wird über Gesundheitsprävention und juristische Fragestellungen informiert. Für die kleinen Besucher der Messe gibt es einen Klettergarten, einen BMX-Park und echten Zirkus.

Tierschutzlabel für Fleisch

Die Messe Berlin erwartet 400.000 Besucher. Allerdings müssen Interessierte in diesem Jahr etwas tiefer in die Tasche greifen, um sich einmal um die Welt zu schlemmen: Im Vergleich zum vergangenen Jahr sind die Eintrittspreise leicht gestiegen. Profitieren vom großen Interesse der Berliner, Touristen und Fachbesucher werden aber nicht nur die Aussteller, sondern die gesamte Stadt. Die Grüne Woche ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, unter anderem für das Gastgewerbe und den Einzelhandel. Messesprecher Rogall spricht von Mehreinnahmen von rund 150 Millionen Euro für Berlin.

Parallel zur Grünen Woche wollen Tausende unter dem Motto "Wir haben es satt" gegen Agrarfabriken und Massentierhaltung demonstrieren. Der Präsident des Deutschen Bauernverband, Joachim Rukwied, sagte vor dem Messestart, die Landwirte nähmen den Tierschutz und das Tierwohl ernst. Für Verbraucher gibt es ab sofort eine Neuerung. Sie können Schweine- und Hähnchenfleisch mit einem Gütesiegel des Tierschutzbundes kaufen. Präsident Thomas Schröder sagte zum Verkaufsstart, mit dem "Tierschutzlabel" könne Millionen von Tieren geholfen werden.

Quelle: mit dapd
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