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Barfuss oder Lackschuh

Boss Orange kommt gut an

Also die Taxifahrer in Berlin scheinen alle super happy zu sein – einer spontanen und den Umständen geschuldeten Kurzumfrage nach zu urteilen. „Wie Silvester" sei es dank der Bread & Butter in der Stadt.

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Boss Orange, das Label des Metzinger Modehauses, stellte in einem mehr als 100 Jahre alten Berliner Fabrikgebäude seine Kollektion für Frühjahr/Sommer 2010 vor.
Foto: Krauthoefer
Boss Orange, das Label des Metzinger Modehauses, stellte in einem mehr als 100 Jahre alten Berliner Fabrikgebäude seine Kollektion für Frühjahr/Sommer 2010 vor.

Auf dem Weg raus, ganz schön weit raus, in die Rathenau-Hallen in Treptow (mein Gedanke: Wie soll ich da nachher wieder wegkommen???), ein Taxi nach dem anderen auf der Zufahrtsstraße. Ich bin spät dran, egal, Boss geht immer später los. So ist es dann auch, denn da bei Boss immer Hollywood-Stars kommen, geht es ohnehin immer mindestens eine Stunde später los, als es auf der Einladung steht. Die halten zwar alle brav in den Händen, aber rein kommen sie trotzdem nicht unbedingt. Harte Tür. Und dann immer wieder aufbrandendes Geschrei als Adrien Brody, Jade Jagger und ganz zuletzt Sienna Miller kommen. Die armen Fotografen, die haben echt kein leichtes Leben in diesen Tagen und schon gar nicht bei der Hitze….

In der Halle dann ein wahnsinnig langer Catwalk. Die Musik geht los, so laut, dass ich erschrecke. Eine Riesenturbine dreht sich am Ende und dann kommen die Models. Ist halt Boss Orange, sportlich und tragbar, nicht so glamourös wie die anderen Schauen des Unternehmens. Oje, gestreifte Jeans, hat was von den 80ern. Bei den Jungs auch im kommenden Jahr Karohemden und –Tücher. Ist nicht tot zu kriegen, das Muster. Jeans an den Beinen im Fetzenlook, Jeansjacken und sogar -kurzmäntel. Bei den Mädels bodenlange Flatterröcke in Kombination mit T-Shirt und Kurzjäckchen. Also Katja Riemann gefällt die Show, sie pfeift am Ende auf beiden Fingern. Wowereit gratuliert später hinter der Bühne, "Vogue"-Chefin Christiane Arp und auch Sienna Miller wagen einen Blick hinter die Kulissen.

Und dann geht es raus – endlich Luft – zum Barbecue. Und jetzt weiß man auch, warum es vorher hieß: keine hohen Schuhe (Christiane Arp hat sich dran gehalten). Man sinkt halt so im Rasen ein. Macht nix. Ist nur ziemlich dunkel und ich hab Angst, zu straucheln und auf den eher kleinen und zierlichen Adrien Brody zu fallen. Cooler Typ übrigens: Bart und Strohhut, total freundlich. Es gibt Feuer und Grillwurst und kleine Teller mit Ceasar’s Salad (warum ist da Senf auf dem Teller, egal, ist eh so dunkel, dass man kaum sieht, was man da isst).

Gegenüber, auf der anderen Uferseite projiziert Boss verschiedene Motive an die gesamte Fassade eines Hotels. Ein Motorboot hält, die Leute winken, schade, dass Sienna Miller nicht grad am Ufer steht. Aber mal ehrlich, sie ist eher unscheinbar, ob sie die erkannt hätten… Armin Morbach hätte bessere Chancen.

Ein voller Tag geht zu Ende, alle entspannen sich ein bisschen – nur die Mücken sind noch voll im Stress.

alma

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