Fashion Week
Model Jessica Stam genießt Berlin als Modestadt
Sie nicht nur die Muse von Fotograf Steven Meisel, sondern auch das Gesicht zahlreicher Modellabels. Nun bezauberte die Kanadierin Jessica Stam auch auf der Fashion Week in Berlin. Was sie von der deutschen Hauptstadt hält, verrät sie im Interview mit Morgenpost Online.
Von Ana Finel Honigman
Es gibt wahrscheinlich nur wenige Gemeinsamkeiten zwischen einem Starfotografen wie Terry Richardson und fromm aufgewachsenen Kanadierinnen, die mal ernsthafte Ambitionen hatten, sich der Zahnarztzunft anzuschließen. Jetzt allerdings hat Richardson eine Vertreterin dieser ganz speziellen Spezies, Jessica Stam, für die Kampagne der Mercedes-Benz Fashion Week abgelichtet. Um das fotografischen Topos "Frau-die-sich-auf-der-Motorhaube-räkelt” einmal zu variieren, durfte Stam sich dabei auf das Autodach begeben.
Die heißbegehrte Kanadierin, die derzeit in Manhattan lebt, wuchs wohlbehütet auf einer Farm in Ontario auf, bevor sie auf dem Heimweg von einem Vergnügungspark von einem Scout der Modelagentur IMG entdeckt wurde. Seitdem ist sie nicht nur zur Muse des Fotografen Steven Meisel, sondern auch zum Gesicht von Marc Jacobs, Anna Sui, Giorgio Armani, Gucci, DKNY und der Berlin Fashion Week avanciert – mal ganz abgesehen von ihrem beneidenswerten Aufstieg in die Top 15 der (laut Forbes Magazine) bestverdienenden Models. Wir haben mit Stam über internationale Mode geplaudert, über das Potenzial Berlins und darüber, was eigentlich "Coolness” bedeutet.
Morgenpost Online: Wann warst du das erste Mal in Berlin?
Jessica Stam: Als ich 17 war, für eine Modenschau.
Morgenpost Online: Was hast du mit Berlin verbunden, bevor du die Stadt mit eigenen Augen gesehen hast?
Jessica Stam: Man hat mir damals gesagt, dass Berlin eine sehr jugendliche Stadt mit viel Kunst und schönen Parks sei.
Morgenpost Online: Was macht "Coolness” für dich aus?
Jessica Stam: Dass man sich selbst treu ist.
Morgenpost Online: Kannst du die Idee hinter der Kampagne für die Mercedes-Benz Fashion Week erläutern?
Jessica Stam: Wir wollten das Design von Mercedes-Benz mit Adrenalin, Sexiness und Style verbinden.
Morgenpost Online: Gibt es irgendeinen Slogan oder ein Motto, das du mit diesem Auto verbindest?
Jessica Stam: "Accelerate the Pulse”
Morgenpost Online: Hat das Modeln dein Nachdenken über Schönheit beeinflusst – oder darüber, welche Bedeutung Mode für die Leute hat?
Jessica Stam: Ich glaube, dass man mit Mode nicht nur seiner Persönlichkeit, sondern auch seinen Gefühlen Ausdruck verleihen kann. Und deswegen ist Mode eine sehr persönliche Angelegenheit, mit der jeder anders umgeht.
Morgenpost Online: Was inspiriert dich, wenn du selbst Mode machst?
Jessica Stam: Ich möchte Sachen entwerfen, die meine Freunde und ich gerne tragen.
Morgenpost Online: Denkst du, dass deine Erziehung Einfluss auf den Erfolg und die Erfahrungen hatte, die du im Modebusiness gemacht hast?
Jessica Stam: Die Nähe zu meinen Eltern hat mir Bodenhaftung verliehen. Außerdem lernt man auf einer Farm, was es heißt, hart zu arbeiten.
Morgenpost Online: Was, glaubst du, sind die gängigsten und problematischsten Klischees, die in der Öffentlichkeit über das Modeln und die Model-Industrie kursieren?
Jessica Stam: Tja, wo soll ich da bloß anfangen?
Morgenpost Online: Außer New York, Paris und London – welche der weniger etablierten Modestädte ist deiner Ansicht nach zur Zeit am spannendsten?
Jessica Stam: Ganz ehrlich: Berlin.
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