Mode-Messe
Kinderschuhe und Totenköpfe auf der Spirit of Fashion
Edle Roben, prominente Menschen, exklusive Partys – die kommende Woche steht ganz im Zeichen der Mercedes-Benz Fashion Week. Diese Woche aber steht im Zeichen der Spirit of Fashion. Und die ist ganz anders als die Fashion Week: Bei der Spirit of Fashion gibt es Underground zum Anziehen.
Von Alexandra Maschewski
Schwarz ist die vorherrschende Farbe, der Totenkopf das absolute Lieblingsmotiv. Ebenfalls allgegenwärtig: Tattoo-Optik, Lack-Corsagen, militärische Schnitte, punkige Karos und Rockabilly-Looks. Zum elften Mal gibt es die "Spirit of Fashion"; die Messe ist nicht zuletzt gedacht für Einkäufer, die in "Underground"-Mode machen.
Schnelllebige Trends gibt es hier auf keinen Fall zu bewundern, dafür aber Dauerbrenner wie zum Beispiel T-Shirts mit Bandnamen. Die findet man hier sogar schon für die Allerkleinsten. Andy Vaughn aus New Jersey verkauft Baby-Bodys und -Lätzchen mit dem Logo von ACDC oder dem Konterfei von Blondie. "Berlin ist ein wichtiger Ort für dieses Segment", erzählt der 33-Jährige, der auch in England ausstellt. Und überhaupt – Berlin sei seine Lieblingsstadt weltweit.
Joachim Scheffler, Sprecher der Veranstaltung, deren Macher aus Hamburg kommen, hofft bis Sonntag auf bis zu 1300 Besucher. "Sonnabend ist traditionell der stärkste Tag, weil viele Besucher selbst kleine Läden leiten und nur am Wochenende Zeit haben." Ob sich die Krise bemerkbar machen wird? Er weiß es nicht. Im Vergleich zum Januar 2008 seien es ein paar Aussteller weniger.
Scheffler freut sich auf die Modemesse Bread&Butter" (B&B), die von Barcelona nach Berlin zurückkehren soll. Auch, wenn die Spirit of Fashion ein sehr spezielles Nischenpublikum anspricht, sagt er: "Es würde dann Sinn machen, unseren Termin in Zukunft auf die Fashion Week abzustimmen, denn unsere Messen ergänzen sich in gewisser Weise. Beide bedienen den Bereich Street Fashion." Als die B&B noch in Berlin war, habe es auch Shuttles von einer Veranstaltung zur anderen gegeben. "Es gibt bestimmte Synergieeffekte, schließlich sind Kleidungsstücke und Accessoires mit Totenköpfen oder Tattoo-Motiven gefragt, wenn man zum Beispiel an das Label Ed Hardy denkt." Natürlich mit dem Unterschied, fügt er hinzu, dass die Besucher dieser Messe auch eine zur Kleidung passende Lebenseinstellung hätten. In Berlin sei die Szene vor allem in Kreuzberg und Friedrichshain zu Hause.
Bereits zum vierten Mal besuchte Monika aus Tschechien die Messe, einmal mehr in Begleitung ihres zweijährigen Sohnes Ferdinand. Sie betreibt ein eigenes Geschäft in Prag mit Underground-Mode. Und bei einer Mutter, die als Handy-Tasche einen kleinen Sarg am Gürtel trägt, muss man sich auch nicht wundern, wenn auch der Nachwuchs von der Haarfrisur bis zu den Mini-Schuhen perfekt auf den Look der Mutter abgestimmt ist.
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