18.09.09

Best of Berlin

Hier bruncht es sich schön - zehn Empfehlungen

Eine schreckliche Frage: "Was machen wir am Wochenende?" Schrecklich, denn: Es gibt so viele Antworten. In "Best of Berlin" sagen wir Ihnen, was Sie sich gönnen sollten. Diesmal waren wir unterwegs und haben für Sie zehn besondere Brunchlokale ausfindig gemacht.

Von Fritz Michalsky und Laura Petschnig
Foto: Route 66

Spare Ribs, Chicken Wings, Brownies, Pancakes - das American Diner ist nichts für Kalorienbewusste.

32 Bilder

Route 66

Man erwartet das Route 66 nicht in der Pariser Straße, die in einer schicken Wohngegend mit kleinen Parks und einer französischen Boulangerie liegt. Umso überraschender ist es, dass man am Sonntag zum Brunch um 10 Uhr da sein sollte, wenn man einen guten Platz ergattern will, denn der Ansturm ist groß. Wer sich einmal wie ein amerikanischer Teenager aus den Fünfzigern fühlen möchte, der ist hier genau richtig. Das Route 66 ist amerikanischer Kitsch wie aus dem Bilderbuch. Die Bedienung ist äußerst aufmerksam, die Pancakes mit Ahornsirup die besten, die wir je gegessen haben und wer etwas mutiger ist, sollte dazu ein "Coke Float" bestellen (Cola mit einer Kugel Vanilleeis um 3,50 Euro). Der Brunch kostet für Erwachsene 9,95 Euro und für Kinder bis 15 nur 5 Euro und enthält von Spare-Ribs bis zu Brownies beinahe die gesamte Speisekarte.

Pariser Str. 44 (Wilmersdorf), So.-Do. 10-2 Uhr, Fr-Sa 10-4 Uhr, Brunch: So. 10-15 Uhr, Tel. 88 31 602,

www.route66diner.de

Reederei Riedel

Für Gruppen ab 20 Personen bietet die Reederei Riedel Brunch im Restaurantschiff Spreeblick. Das empfiehlt sich besonders bei schönem Wetter, denn dann kann man auf der "Terrasse" sitzen und die Nähe zum Wasser genießen. Das Schiff ist neben der Hansabrücke fest stationiert, also auch für Landratten geeignet, und stellt drei Brunchvarianten zur Auswahl (15 Euro, 21 Euro, 36 Euro pro Person). Wer neben seinem Brunch nicht auf eine Spreerundfahrt verzichten will, muss sich noch bis zum nächsten Sommer gedulden. Ab April gibt es wieder Brunchfahrten um 35 Euro für Erwachsene und 17,50 Euro für Kinder.

Hansabrücke zwischen Altonaer Str. und Levetzowstr. (Hansaviertel), Sommer Mo-So 9-24 Uhr, Winter Di-So 12-23 Uhr, Brunch: nach Vereinbarung, Tel. 39 24 060,

www.reederei-riedel.de

Feuerbach

Verkehrsgünstig zwischen der S-Bahnstation Feuerbachstraße und der U-Bahnstation Walther-Schreiber-Platz liegt das Café Feuerbach. Ein bisschen erinnert das kleine Lokal mit seiner 60er-Jahre-Theke und der Kuchenvitrine aus Marmor an eine italienische Espressobar. Wer abends kommt, kann sogar am prasselnden Kamin sitzen. Brunchen kann man hier sonntags von 10 bis 16 Uhr um 8,50 Euro ganz klassisch – Antipasti, drei bis vier warme Gerichte, Rote Grütze und Milchreis finden sich am Buffet. Der Latte Macchiato ist mit 2,30 Euro eher günstig und der Milchschaum ist perfekt. Ein frisch gepresster Orangensaft kostet 3,80 Euro. Die jungen Kellner sind sehr freundlich und die Musik sehr angenehm. Wer in Steglitz wohnt, sollte hier auf jeden Fall einmal gewesen sein.

Schöneberger Str. 14 (Steglitz), Mo.-Do. 9-1 Uhr, Fr-Sa 9-3 Uhr, So 10-1 Uhr, Brunch: So 10-16 Uhr, Tel. 85075484

Ampelmann

Brunchen mit Kindern muss nicht immer gemütlich sein. Im Ampelmann Restaurant (ja, DER Ampelmann) stehen die Chancen dafür allerdings recht gut. Mit Ampelmann-Schürzen ausgestattet, können die Kleinen hier ihre eigene Pizza belegen, backen und essen. Antipasti, mehrere warme Gericht, Rührei, Müsli und Co. finden sich am Buffet. Erwachsene zahlen für den Brunch 15 Euro pro Person inklusive Begrüßungs-Prosecco und Kaffee, Kinder unter zwölf können gratis mitessen.

Stadtbahnbogen 159/160 (Mitte), Mo-So 9-24 Uhr, Brunch: So und feiertags 10-14 Uhr, Tel. 84 71 07 09,

www.ampelmann.de

Restaurant Lafil

Im kulturellen Zentrum der City Ost hat sich direkt an der Kollwitzstraße ein Mexikanisches Restaurant eingenistet: Das Lafil. Wer am Sonntag gern den Tag mit Paella und Tortillas beginnen möchte, ist an der Kollwitz- Ecke Wörtherstraße bestens aufgehoben. Für 8,90 Euro (Getränke exklusive) kann man es sich in Prenzlauer Bergs Morgenstunden bei scharfen Köstlichkeiten vom Brunch-Buffet gemütlich machen und der Stadt beim Erwachen zusehen. 2,80 Euro kostet der Latte Macchiato, wer ihn mit einem Schuss Caramel zu Gazpacho, Tapas und selbst gebackenen Waffeln genießen möchte, zahlt 2,90 die sich lohnen. Ein frisch gepresster O-Saft dazu kostet 3,50 Euro, mexikanisches Flair gibt es natürlich kostenlos. Welcher Muchacho sagt da noch nein?

Wörther Straße 33 (Prenzlauer Berg), Mo-Fr 12-1 Uhr, Sa. ab 11, So. ab 10 Uhr, Brunch: Sa.-So. 10-17 Uhr, Tel. 28 59 90 26

Böse Buben Bar

Abseits vom überlaufenen Rummel am Schiffbauerdamm liegt nur eine Parallelstraße weiter in Richtung Norden die Böse Buben Bar, ganz unscheinbar und hinter einer immergrünen Blätterwand verborgen. Ganz und gar studentisch geht's hier zu: Nicht nur das Preisniveau ist überaus fair (Brunch-Buffet 5,50 Euro, Cafe Latte 2,95, Mich-Shake 3,50 Euro), sondern die von gefüllten Bücherregalen gespickten Wände rufen Erinnerungen an Uni-Bibliotheken hervor. Direkt aus der professionellen WG-Küche könnte auch das Speisenangebot stammen. Eierspeisen, selbst gebackenen Kuchen, leckere Brötchen und Cornflakes. Sehr zu empfehlen ist nicht zuletzt der hausgemachte Eistee. Also, wie wär's mit einem Zitro-Himbeer-Shake abseits vom Touristenhype und preislich diesseits der Schmerzgrenze?

Marienstraße 18 (Mitte), Mo-So 9-24 Uhr, Brunch: So 9-16 Uhr, Tel. 27 59 69 09

Brunch & Sail

Brunchen kann man in Berlin und Brandenburg an jeder Ecke. Aber einen schönen Brunch für die ganze Familie mit ruhiger gediegener Location direkt am See, Kinderbetreuung und einem einstündigen Segelausflug gibt es lediglich im Teamgeist-Yachtclub südöstlich von Berlin. Immer sonntags ist jedermann am Wolziger See willkommen. Denn neben dem Brunch wird viel geboten. Angefangen von Kinderbetreuung, über ein Bogenschieß-Turnier bis hin zu freien Aktivitäten wie Boule, Kubb ("Wikingerschach") oder Möllky ("Rasenbowlen"). Wer Lust hat, sticht am Nachmittag gemeinsam mit Profiskippern auf einem Teamsegelkutter in See. Brunch und Segeltörn müssen zusammen gebucht werden, kosten für Erwachsene jeweils 15,00 Euro, Kinder zahlen weniger. Wen das Brunchbuffet mit Broten, Ei, Würsten etc. noch nicht genug gesättigt hat, darf sich auf das Mittagsmenü freuen. Danach heißt es ab 14 Uhr: Ahoi!

Am Strandcasino 2, 15754 Heidesee Ortsteils Kolberg, So 10-15 Uhr, Brunch: So und an Feiertagen 10-14 Uhr, Tel. 033768-20 860,

www.teamgeist.com

Brasserie Desbrosses

Zugegeben, einen Hang zu Dekadenz braucht es schon, um sich für 78 Euro (natürlich inkl. aller Getränke) am Sonntag zum Champagner-Brunch im Erdgeschoss des Ritz-Carlton Berlin in der Brasserie niederzulassen. Niederlassen und nicht mehr aufstehen wollen: Das 2004 fertig gestellte Gebäude birgt das originale Interieur einer zum Ende des 19. Jahrhunderts in Südfrankreich gezimmerten Gaststätte. Von Kacheln im Fußboden bis zum Fries ist jedes optische Detail neckisch ausgefeilt, natürlich auch der Preis. Wirtschaftskrise, olé! Nicht im gleichen Stil gelungen ist die Terrasse, im Sommer trotzdem herrlich zum Sitzen. Wovon man in der Nacht vom Sonnabend träumt, wird vor den eigenen Augen am Sonntagmorgen wahr gemacht. Die halb offene Küche schließt den äußeren Eindruck ab. Damit das Essen nicht zur Nebensache wird, steht neben Cremánt Hummer, Austern, Kaviar, Crèpes, Broten, Eierspeisen, quasi das ganze Paradies auf dem Buffet. Irgendwie lässt es sich verschmerzen, dass man 80 Euro niemals in einem Gang abessen kann. Für den Morgengourmet das Muss in Berlin.

Potsdamer Platz 3 (Tiergarten), Mo-So 6.30-10.30 Uhr, 11.30-23.30 Uhr, Brunch: 12-15 Uhr, Tel. 33 77 76 340,

www.desbrosses.de

Duke Restaurant

Oh, when the cakes go marching in! Charlottenburg, Ellington-Hotel im Stil neuer Sachlichkeit, Bauhausambiente, Portraits sämtlicher Jazzgrößen und die Chance, sich zum Essen mal nicht musikalisch aus der Konserve berieseln zu lassen: Quasi synästhetischer Genuss. Mittelpreisig angesiedelt bietet das Duke ein hübsches Zwischending von Frühstück und Mittagessen mit Brot, Obstsalat und Fleisch oder Antipasti. 33 Euro beinhalten die Getränke schon pauschal. Für Süßmäulchen ist die Mousse au Chocolat der beste Weg, sich doch von der Musik aufs Essen zu besinnen.

Nürnberger Straße 50-55 (Charlottenburg), Mo-So 11.30-23 Uhr, Brunch: So 11.30-14.30 Uhr, Tel. 68 31 54 000,

www.duke-restaurant.de

Zuckerfee

Auch wenn die Zuckerfee bei unseren Tipps etwas aus der Reihe tanzt, muss dieses besondere Café hier einfach erwähnt werden. Denn klassisches Brunchbuffet findet man hier keines, dafür ein Frühstück à la minute (Speisen werden auf Zuruf frisch zubereitet), das man unbedingt ausprobiert haben muss. Vom French Toast, über die leckeren Limettentörtchen bis hin den Croissants ist hier alles hausgemacht, außer den Pralinen. Das kleine Café ist so liebevoll eingerichtet, dass sich nicht nur Kinder wie im Märchen fühlen und die Bedienung war hier freundlicher als irgendwo sonst. Der Latte Macchiato kostet 2,80 Euro und ein Stück Kuchen bekommt man um 2,50 Euro. Wir hätten auch gern mehr bezahlt.

Greifenhagener Str. 15 (Prenzlauer Berg), Di-So 10-18 Uhr, jeden Tag Frühstück, Tel. 52 68 61 44,

www.zuckerfee-berlin.de

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