07.08.09

Best of Berlin

Die zehn besten Restaurants für kleines Geld

Eine schreckliche Frage: "Was machen wir am Wochenende?" Schrecklich, denn: Es gibt so viele Antworten. In "Best of Berlin" sagen wir Ihnen, was Sie sich gönnen sollten. Diesmal verraten wir Ihnen, wo Gourmet-Sparfüchse für wenig Geld gut essen können.

Von Tina Molin
Foto: Sergej Glanze
Sergej Glanze
Das Restaurant "12 Apostel" am Savignyplatz ist eine Institution in Berlin - auch wenn man dort fast ausschließlich Pizza essen kann.

Slow Imbiss

Der "Slow Imbiss" hat wenig mit Imbiss zu tun: Hinterm Herd arbeitet ein gelernter Köche, der die Speisen frisch zubereitet, weshalb man auf sein Essen etwas warten muss, doch es lohnt sich. Die Speisekarte wechselt täglich und ist mit Kreide auf einer Wandtafel angeschrieben. Die "Rote Beete Gnocchi mit Meerrettichschaum" (5 Euro) waren ein Gedicht, die Bulette in angetrüffelter Sauce (4,50 Euro) hätte für meinen Geschmack etwas würziger sein können, doch die Empfehlung des Kochs war ein echtes Highlight: Der Tomatensalat bestand aus uralte Sorten in grün, gelb und rot. Gezüchtet von einem Freak, der sein Gemüse eigentlich nur an Gourmettempel wie das "Vau" oder "Margaux" verkauft. Acht Euro für den Salat waren auch ein stolzer Preis, doch ich muss sagen: der beste Tomatensalat meines Lebens.

Prenzlauer Allee 204 (Höhe Danziger Straße), Di.-So., 12-22 Uhr

Nord Sud

Das "Nord Sud" in der Auguststraße ist das Restaurant zur Wirtschaftskrise, denn es bietet drei Menüs an für jeweils nur 7,50 Euro. Hier kocht der französische Chef nicht nur selbst, sondern Jean-Claude stellt seine Drei-Gänge-Menüs in Französisch oder Deutsch mit niedlichem Akzent persönlich am Tisch vor. Es gab Gazpacho-Suppe, Maispoularde und ein Mini-Eis am Stiel, meine Begleitung genoss Pastete, Meerbarbe auf Spinat und einen Käseteller. Für den Preis gibt es natürlich keine Gourmetküche und Riesenportionen, aber leckere Hausmannskost ohne viel Chichi, die satt und glücklich macht. Es hat uns gut geschmeckt und wir kommen wieder.

Auguststraße 87 (Höhe Oranienburger Straße), Mo.-Sa., 11-24 Uhr

Toca Rouge

Das Ambiente ist sehr stylisch und ein Mix aus Suppenküche und "Wallpaper": Rote Streifen laufen über die Wand, Glaslampen zwirbeln sich von der Decke, Mao lächelt milde und es gibt eine offene Küche. "Ente Süß-Sauer" sucht man hier also vergeblich, denn auf die Teller kommt asiatische Fusion-Küche. Die Auswahl an Speisen ist zwar übersichtlich, doch die Qualität hervorragend und die Gerichte haben so lustige Namen wie "Mulan Milan vs. She Rimp" (6,90 Euro), dahinter verstecken sich King Shrimps in einer Tomaten-Knoblauchsauce, "Red Black Honey Girl" (6,90 Euro) ist Rindfleisch mit Süßkartoffeln und mein Favorit "Miami Dice" (6,90 Euro) besteht aus süßem Rind mit Birne und exotischem Gemüse.

Torstraße 195 (Ecke Tucholskystraße), Mo.-Fr. 12-24 Uhr, Sbd.+So., 17-24 Uhr, Tel. 84 71 21 42

Kantina von Hugo

Der neue "Szene-Kiez" von Berlin ist "Kreuzkölln". Etwas abgelegen von den angesagten Kneipen und Bars rund um die Weserstraße befindet sich die "Kantina von Hugo", benannt nach dem Inhaber und Schauspieler Felix von Hugo. Schon das Schild im Fenster verrät, worum es hier geht: "Gutes Essen" prangt dort in großen Lettern. Am besten bestellt man das Fünf-Gänge-Menü für 25 Euro und labt sich an den leckeren Speisen mit arabischem- französischem Einschlag wie die Datteln im Speckmantel, Coq au Vin oder dem Apfel-Amarettini-Kuchen. Wer in die mit portugiesischen Fliesen gekachelte kleine Kantina kommt, sollte etwas Zeit mitbringen, da der Service kein D-Zug ist, wie man so schön sagt.

Friedelstraße 31, Mo.-Fr., 12-24 Uhr, Sbd.+So. 18-24 Uhr, Tel. 22 43 28 25

Wirtshaus Eckbert

Gleich um die Ecke befindet sich das "Wirtshaus Eckbert", ein uriges Berliner Kiez-Gasthaus mit ausgezeichneter Hausmannkost, die von Kartoffelsuppe mit Speck (3,55 Euro), über Kassler auf Kraut mit Schwarzbrot (6,75 Euro), bis zu drei Bio-Bratwürste mit Kartoffelpüree (9,30 Euro) reicht. Dazu wird im holzig-gemütlichen Ambiente passend auch Memminger helle Hefe oder Jarosover Schwarzbier ausgeschenkt und die charmant-schnoddrige "Berliner Schnauze" gibt's von der Bedienung umsonst dazu.

Maybachufer 21, Mo.-Fr., 11-2 Uhr, Sbd.+So., 10-2 Uhr, Tel. 627 25 726,

Monsieur Vuong & Co.

Seit Jahren ist "Monsieur Vuong" der geschmackssichere Tipp für günstige Vietnam-Küche. Wer sich jedoch an der kleinen Speisekarte überessen hat oder keinen Platz findet, der sollte die beiden Alternativen am Kiez ansteuern. Das "Manngo" liegt in der Mulackstraße und bietet frisch zubereitete vietnamesische Gerichte für 6 Euro an. Der gebackene Fisch auf Reisnudeln schmeckte frisch und lecker und die Tofuscheiben mit Erdnüssen waren knusprig und mit einem raffinierten Dressing versehen. Außerdem zu empfehlen: das "Cochin" am Hackeschen Markt, der Name ist abgeleitet von "Cochinchina", der südlichen Region Vietnams, Mitte des 19. Jahrhunderts. Hier serviert man Indochina-Küche wie gegrilltes Rindfleisch mit Zitronengras und Sesamöl

"Mr. Vuong", Alte Schönhauser Straße 46, tägl. 12-24 Uhr, Tel. 99 29 69 24,

"Manngo", Mulackstraße 29, Mo.-Fr., 12-24 Uhr, Sbd. 16-24 Uhr, Tel. 280 40 558,

"Cochin", Hackescher Markt, Neue Promenade 6, Mo.-Sbd., ab 11 Uhr, So. ab 12 Uhr, Tel. 27 59 30 41,

Schwarzer Hahn

Seit einem Jahr gibt es den "Schwarzen Hahn" in Friedrichshain nun schon und der kleine Laden mit den massiven Holztischen bietet schmackhafte, günstige "Heimatküche" an. Bekommt man anderenorts ein gutes Schnitzel kaum noch unter 18 Euro, kostet es im "Schwarzen Hahn" nur 14 Euro. Wir hatten jedoch Lust auf andere Speisen: Der Tafelspitz mit Meerrettich-Sauce und Kartoffelpüree (12 Euro) war zart und saftig, die Wildbratwürste mit Pfifferlingstarte (10,50 Euro) hätten nach unserem Geschmack etwas "wildiger" sein dürfen, waren aber sehr lecker. Zu trinken gab's Augustiner Bier und Fritz Limo, unser Fazit: Sehr gute Alpenküche, für die wir durchaus auch mehr gezahlt hätten.

Seumestraße 34, Mo.-Sbd., 12-22 Uhr, Tel. 21 97 03 71,

Dimokritos

Bei Kiriakos Muratidis werden zwei Dinge groß geschrieben: traditionelle griechische Küche und Gastfreundschaft. Daher gibt's in seiner Taverna vor der Karte erst einmal einen Ouzo. Aus der Küche kommt später Selbstgemachtes wie erfrischendes Tzatziki (3,50 Euro), ein üppiger und vielfältiger Vorspeiseteller (8,80 Euro), auch der Spieß mit Schweinekamm (9,50 Euro) mundete und die handgeschnitzten Pommes waren sogar kross. Dazwischen wurden immer wieder ein paar Ouzo gereicht, trotzdem haben wir nicht alles geschafft, so sehr bog sich der Tisch unter den Speisen.

Arndtstraße 12, Tel. Mo.-Mi., 15-24 Uhr, Do.+So., 12-24 Uhr, Fr.+Sbd., 12-1 Uhr, Tel. 692 26 83,

12 Apostel

Das "12 Apostel" am Savignyplatz ist eine Institution – selbst wenn die meisten dort fast ausschließlich Pizza essen. Die Pizzen (8-12 Euro) aus dem Steinofen sind nämlich riesig und lecker: Krosser, dünner Boden, der mit frischen Zutaten belegt ist. Da das Restaurant mit den opulenten Decken-Fresken 24 Stunden geöffnet ist, kann man auch noch nach dem Club-Besuch vorbei schauen. Doch es gibt zwei Mankos: Kartenzahlung ist nicht möglich und da der Italiener in jedem Reiseführer steht, ist er meistens voll und der Lärmpegel hoch. Entweder man reserviert also rechtzeitig einen Tisch oder man weicht dem Rummel aus, eine empfehlenswert Alternative ist das "La Piazza" um die Ecke.

Bleibtreustraße 49 (Savignyplatz), täglich 24 Stunden, Tel. 312 14 33. Mitte: Georgenstraße 2 (S-Bahn Friedrichstraße), Tel. 201 02 22,

Delizie D'Italia

Die Salumeria ist das Gegenteil eines schicken Italieners. An den Tischen mit den rot-weiß-karierten Decken herrscht die Gemütlichkeit der Südländer: Die Kellner betrachten ihr Restaurant als Bühne und aus den Boxen schmettern Opern. Wer Pizza sucht, ist hier falsch, doch die Pasta-Gerichte sind einfach und delikat. Die Tagliatelle mit Garnelen, Zucchini und Minze war zugegebenermaßen für 10,90 kein Schnäppchen, strotzte aber nur so vor Garnelen und erfrischte den Gaumen. Auch der Meeresfrüchtesalat (12,50 Euro) war üppig, auch wenn das Dressing etwas raffinierter hätte sein könne. Das Tiramisu war jedoch eine echte Gaumenfreude.

Kollwitzstraße 100, Mo.-Sbd., 12-24 Uhr,

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