25.04.09

Best of Berlin

Hier trinken und essen Sie mit Panorama-Blick

Eine schreckliche Frage: "Was machen wir am Wochenende?" Schrecklich, denn: Es gibt so viele Antworten. Morgenpost Online hilft. In "Best of Berlin" erklären wir Ihnen, was Sie sich dieses Wochenende gönnen sollten. Heute: Berlin von oben. Welche coolen Aussichtspunkte Sie unbedingt kennen sollten.

Von Tina Molin
Foto: Zentralbild
Im Reichstag vor der ersten Bundestagssitzung
Auf der Dach des Reichstag befindet sich das Restaurant "Käfer" mit Blick über das Regierungsviertel

Solar

Die Restaurant-Bar ist nicht leicht zu finden. Gegenüber vom Anhalter Bahnhof muss man erst einmal auf den Hinterhof von Pit-Stop, wo sich der Eingang des Hochhauses befindet. Mit einem gläsernen Fahrstuhl geht's nach oben. Stockwerk um Stockwerk entblättert sich die Stadt vor den Augen. Im 16. Stock wird getafelt, auf der Speisekarte stehen italienische und deutsche Küche (16–22 Euro), und der sagenhafte Blick genossen. Das Ambiente ist cool und kuschelig: Teppich, Tapeten und eine Lichtinstallation von der Pfadfinderei. Im Stockwerk darüber befindet sich die Bar mit Liegewiesen und Schaukeln. Abends am Wochenende kann man schon mal anstehen müssen, daher ist der Geheimtipp das Frühstück sonntags ab 11 Uhr. Dann gibt's die Stadt im Sonnenschein mit knusprige Croissants und Latte Macchiato.

Solar, Stresemannstraße 76, Mo.–Do., 18-2 Uhr, Fr.-Sa. 18-4 Uhr, So., 10-2 Uhr, Tel. 0163/765 27 00 , www.solarberlin.com

Puro

So eine Location hat in Westberlin gefehlt: Mitten am Kurfürstendamm, im Europa Center im 20. Stock. Eigentlich ist das 80er-Hochhaus total uncool. Aber einfach Luftanhalten und Augen zumachen bis man oben angekommen ist, denn dann wird alles gut. Dunkles Parkett, Steinwände und ein offener Kamin schwelgen in glamouröser Gemütlichkeit, gekrönt von dem fantastischen Blick. An einem Punkt in der Club-Bar sieht man vom Funkturm bis zum Alexanderturm – und vom Pissoir aus genießen die Männer übrigens auch einen herrlichen Ausblick. Der Dancefloor in der Bar wird auch gern genutzt, schade nur, dass es die Westberliner nie zu urbaner Coolness bringen werden. Gebügelte Polohemdenträger und Rihanna-Look-alikes passen nicht so ganz in das stylische Ambiente.

Puro, Europa Center, Tauentzienstraße 11, Mi.-Sbd., 20 Uhr, Tel. 26 36 78 75, www.puro-berlin.de

Fernsehturm

Okay, der "Alex" ist eine echte Touristenfalle. Familien mit übergewichtigen Kindern pressen sich in den Lift und kriegen ganz rote Köpfe, wenn der Aufzug nach oben schießt. Einfach tief ein- und ausatmen und ignorieren, denn der Weg nach oben ist in Wahrheit eine Zeitreise. Zurück in die eigene Kindheit, als man mit Omi Häuserraten gespielt hat, aber auch eine Reise zurück in die DDR. Das Restaurant dreht sich so langsam um die eigene Achse, langsamer sind nur noch die Service-Kräfte. Winken, Rufen, Drohen – nichts bringt den Siebenjahresplan auf Trab. Auch das Interieur hat nostalgischen Charme und muss nur noch ein paar Jahre überstehen, dann wird das Style-Magazin Wallpaper den Look würdigen.

Fernsehturm, Panoramastraße 1A, tägl., 9–24 Uhr, Tel. 242 33 33 , www.berlinerfernsehturm.de

Käfer im Reichstag

Man geht ins "Käfer" im Reichstag nicht nur wegen des Essens sondern auch wegen des sensationellen Ausblicks. Der Münchner Feinkosthändler verköstigt seine Gäste immerhin im einzigen öffentlichen Restaurant in einem Parlamentsgebäude weltweit. Der Speisesaal befindet sich neben der imposanten Glaskuppel und besitzt zudem noch einen Wintergarten mit Dachterrasse, von dem aus man über die ganze Stadt blicken kann. Das Restaurant ist aber auch eine sichere Eintrittskarte! Wer einen Tisch bestellt hat, muss nämlich nicht anstehen, sondern bekommt am Seiteneingang mit seiner Reservierungsnummer sofort Einlass. Das Frühstück kostet auch kein Eckhaus – und lieber etwas mehr für's Rührei berappen, als drei Stunden anstehen.

Käfer im Reichstag, Platz der Republik 1 , tägl., 9–24 Uhr, Tel. 22 62 99 33, www.feinkost-kaefer.de

Hugos

Ins "Hugos" im InterContinental hingegen pilgern Kenner nicht nur wegen des umwerfenden Blicks über die Hauptstadt, sondern vor allem wegen der Küche. Immerhin steht Starkoch Thomas Kammeier an den Töpfen und lässt seine Gäste im Gourmet-Himmel über Berlin schweben – wie ein Michelin-Stern und 18 Punkte im Gault Millau beweisen. In den Feinschmeckertempel sollte man sich von seinen Eltern, Chefs, Geschäftspartnern oder Liebhabern einladen lassen, denn die Menüpreise liegen bei zirka 100 Euro pro Person. Ein bis fünf Gläser Champagner lassen einen dann schnell vergessen, dass es hier so locker zugeht wie in einem Schweizer Kurort, und man hört auch auf, in seinem Kopf nach dem Knigge-Grundkurs zu suchen.

Hugos im InterContinental, Budapester Straße 2, Mo.-Sbd., 18–22.30 Uhr, Tel. 26 02 12 63, www.hugos-restaurant.de

Kantine der Filmakademie

Packen Sie Ihre Spiegelreflexkamera ein und nehmen sie den Ultraleicht-Rucksack von den Schultern! In der Filmakademie sollte man so tun, als ob man zu dem Zirkel der Filmschaffenden gehören würde. Ein bisschen Schauspielerei lohnt sich, denn die Kantine der Akademie ist ein wahrer Hochgenuss. Nicht das Essen wohlgemerkt, aber die Terrasse. Denn von dort genießt man den besten Blick auf das Sony Center. Besser gesagt: in das Sony Center. Man sitzt unter dem Dach, das an den Kilimandscharo erinnern soll, über den Köpfen der anderen Touristen und verschmilzt mit der Stahlkonstruktion. Da die Kantine nicht öffentlich ist, sollten sie sich nicht wie ein glotzender Tourist benehmen, sondern wie ein cooler Berliner, der eh schon alles gesehen hat und den nichts mehr beeindruckt.

Mensa der Filmstudenten, Potsdamer Straße 2, 9 Stock (linker Aufzug), Mo.–Fr. geöffnet. Da die Mensa eigentlich nicht öffentlich ist, sollte die Stoßzeit zwischen 12.30–14 Uhr gemieden werden.

Escados

Urbaner kann man in Berlin kaum speisen. Das "Escados" liegt direkt am Alexanderplatz. Zu den Füßen wird die Straße aufgerissen, wöchentlich ändern sich die Fahrstreifen und Autokolonnen rollen kreuz und quer über die Kreuzung. Vor den Augen thront das Park-Inn-Hotel, der Kaufhof und die S-Bahntrasse. Allesamt romantisch in abendliches Kunstlicht getaucht. Die Fassade eines Plattenbaus ziert ein Zitat aus Döblins Meisterwerk "Berlin Alexanderplatz" und das Haus des Lehrers öffnet den Blick in die Karl-Marx-Allee, die ehemalige Prachtstraße der DDR. Ach ja, die Steaks sind auch recht ordentlich.

Escados, Karl-Liebknecht-Straße 29, tägl., ab 11.30 Uhr, Tel. 242 34 31, www.escados.de

Terrasse im Spindler & Klatt

Wo sollte man den sommerlichen Feierabend besser ausklingen lassen als an der Spree? Zwar gibt es jede Menge Strandbars mit Sand, DJ und kühlen Getränken, doch wem das zu studentisch ist, der kann sich auch bequemer betten. Das "Spindler & Klatt" besitzt eine Terrasse mit superbem Spreeblick: freie Sicht vom Alexanderturm bis zu den Treptow Towers. Man lümmelt auf riesigen Betten und balanciert dabei das panasiatische Essen geschickt auf den Knien. Leider kitzelt der Sonnenuntergang die andere Seite der Spree mit den letzten Sonnenstrahlen, das ist aber auch schon der einzige Wermutstropfen. Lassen Sie dennoch die Sonnenbrille auf und bestellen Sie sich einfach an der Bar einen Sundowner.

Spindler & Klatt, Köpenicker Straße 16/17, Do.–Sa., ab 20 Uhr, Fr. und Sa. ab 23 Uhr Clubbing, Tel. 69 56 67 75, www.spindlerklatt.com

Restaurant Grunewaldturm

Der Grunewald ist der Treffpunkt von Hundebesitzern und Freizeitaktivisten. Ob zu Pferd oder auf dem Drahtessel, mit Kinderwagen oder Vierbeiner, hier werden beim stundenlangen Spaziergang die müden Knochen in Schwung gebracht. Da so viel Frischluft natürlich auf den Magen schlägt, sollte man zum Schluss im Restaurant "Grunewaldturm" einkehren. Das rote, historische Backsteingebäude erhebt sich 55 Meter auf einem Hügel am linken Havelufer. Am Fuß wird Champagner-, Helgoländer- oder Berliner Frühstück bis 15.30 Uhr gereicht, außerdem gibt's natürlich Kaffee und Kuchen. Sportfanatiker, die danach die angefutterten Kilos sofort wieder loswerden wollen, besteigen zu guter Letzt noch den Turm – und genießen die Aussicht –, da schmelzen die Fettröllchen ganz geschwind wieder weg.

Grunewaldturm, Havelchaussee 61, täglich ab 10 Uhr geöffnet, Tel. 417 200 01 , www.restaurant-grunewaldturm.de/

Flak-Bunker Humboldthain

Zugebenermaßen wurden in der Rubrik bisher Gourmet-Tempel und edle Bars mit Weitblick vorgestellt. Doch es wäre nicht Berlin, wenn es nicht auch eine Do-It-Yourself-Variante des Dinners mit Ausblick gäbe. Also einfach ein paar Brote mit Avocado-Crème bestreichen, einen Six-Pack Bier einpacken und natürlich die Süßigkeiten nicht vergessen. Mit der Lunch-Box geht es dann ab zum Bunker im Humboldthain. Romantisch-idyllisch können nicht nur Verliebte hier auf dem überwucherten Kriegsüberbleibsel den Blick über die Stadt genießen, denn sportliche Zeitgenossen haben die Chance bei einem Kletterkurs die Bunkerwände zu erklimmen.

Bunker Humboldhain, U/S Gesundbrunnen

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