Schlossplatz
Reste des Palastes der Republik werden abgerissen
Donnerstag, 23. Oktober 2008 14:44Nun werden auch die Treppentürme des einstigen Palastes der Republik abgetragen. Die Abrissbagger haben am Donnertag begonnen, die Betonklötze abzutragen. Damit ist der Weg frei für die Nutzung des Areals als Freizeitstätte. Ehe das Hohenzollernschloss wieder aufgebaut wird, soll hier eine temporäre Kunsthalle entstehen.
Vergangenheit und Zukunft treffen am Berliner Schlossplatz jetzt direkt aufeinander: Mit den Abrissarbeiten an den Resten des einstigen Palastes der Republik ist am Donnerstag auch der erste Bauabschnitt für die Zwischennutzung des Schlossplatzes als Freizeitareal für die Hauptstädter eröffnet worden. Gleichzeitig kann der Platz bis zum Baubeginn des Humboldt-Forums mit den barocken Schlossfassaden 2010 auch als archäologische „Fundgrube“ mit den freigelegten historischen Resten des Stadtschlosses und alter Klosteranlagen genutzt werden.
Senatsbaudirektorin Regula Lüscher sprach am Donnerstag auf dem Sockel des früheren Nationaldenkmals mit dem Reiterstandbild Kaiser Wilhelms I. von einer „Aufwertung einer Baustelle“ an geschichtsträchtigem Ort, „die auch zum Verweilen und zum Informieren einlädt“.
Erst in der vergangenen Woche war der benachbarte und nach altem Vorbild wiederhergestellte Schinkelplatz der Öffentlichkeit übergeben worden. Auch die Planungen für einen künftigen U-Bahnhof Schlossplatz der Linie vom Hauptbahnhof zum Alexanderplatz müssen an diesem Ort berücksichtigt werden.
Neben der Temporären Kunsthalle, die in der kommenden Woche eröffnet wird, entstehe jetzt ein attraktiver und vielfältig nutzbarer Stadtraum, betonte Lüscher. Das Areal wird durchzogen von begehbaren, hölzernen Passagen, die an den archäologischen Grabungsflächen entlangführen, und verschiedenen Rasenflächen. Neben Schotterrasenflächen ist eine Begrünung mit Spiel- und Sportrasen geplant.
Informationstafeln geben Auskunft über die Geschichte des Ortes, den Abriss des Palastes der Republik und die Planungen zum Humboldt-Forum an dieser Stelle. Außerdem informiert der private Förderverein über die historische Rekonstruktion der Schlossfassade des früheren Hohenzollernschlosses, dessen Kriegsruine 1950 in der DDR gesprengt wurde. Auch eine offizielle Infobox ist noch geplant.
Nach dem Abriss der Treppentürme des DDR-Palastes bis zum Frühjahr 2009 wird die sogenannte Palastwanne, also die ausgehobenen Bodenfundamente, mit Sand gefüllt und bis zum Baubeginn des Humboldt- Forums 2010 mit Spiel- und Sportrasen bedeckt. Der Sockel des ehemaligen Nationaldenkmals wird als „herausgehobene Terrasse akzentuiert“ und stehe „für kulturelle oder anderweitige Freizeitaktivitäten zur Verfügung“, hieß es. Auf der Terrasse, der früheren sogenannten Schlossfreiheit direkt an der Spree, ist auch die Errichtung des vom Bundestag beschlossenen nationalen Einheits- und Freiheitsdenkmals geplant.dpa/Sp





























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