Ein neuer Paukenschlag von Berlins umstrittenen Finanzsenator: Thilo Sarrazin schlägt vor, Energie zu sparen und einfach dicke Pullover zu tragen. Eine wohl kalkulierte Provokation, die die Politik einmal mehr in Aufruhr versetzt. Morgenpost-Redakteur Gilbert Schomaker erklärt, warum die Berliner SPD sich beim Thema Sarrazin in einem echten Dilemma befindet.
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Berlins ehemaliger Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) liebt klare Worte. Er gelobte, sich künftig etwas zurückzuhalten. Doch es gibt neue Sprüche - Ein "Best of" seiner Weisheiten.
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März 2009 über die Länderehe von Berlin und Brandenburg: "Berlin wäre die erste Hauptstadt mit Landschaftspflege. In Richtung Westen kommt bis Hannover gar nichts. Im Norden kommt erst die Ostsee. Berlin wäre die einzige Stadt, die einsam lebt."
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März 2009 über die Bespitzelungsaffäre bei der Bahn und über Bahnchef Hartmut Mehdorn: "Mehdorn war ein großer Fan von mir, bis ich zum vierten Mal nachgefragt habe."
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Februar 2009 im Parlament über das Angebot der Filmstudios Babelsberg, den Flughafen Tempelhof zu übernehmen: "Deren Mietvorstellungen hatten Taschengeldformat."
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Juli 2008: Thilo Sarrazin lehnt Sozialtarife für Heizung und Strom ab. Die Menschen sollten stattdessen, ihren Energieverbrauch einschränken und die Zimmertemperatur drosseln. "Wenn die Energiekosten so hoch sind wie die Mieten, werden sich die Menschen überlegen, ob sie mit einem dicken Pullover nicht auch bei 15 oder 16 Grad Zimmertemperatur vernünftig leben können", sagte er der "Rheinischen Post".
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Im März 2009 berichtet er beim Salongespräch mit Journalistin Lea Rosh von den Reaktionen darauf: "Am nächsten Tag hatte ich 1000 E-Mails von Hartz-IV-Empfängern. Ich fand es interessant, dass sie alle offensichtlich Internet haben und nachts von zwei bis drei Uhr Zeit haben, Mails zu schreiben."
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Mitte Juni 2008: „Für fünf Euro würde ich jederzeit arbeiten gehen. Das wären 40 Euro pro Tag“. – Sarrazin auf die Frage nach seinem persönlichen Mindestlohn.
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Anfang Juni 2008: "Dumm, dümmer, PDS." – Der Berliner Finanzminister zu beleidigt seinen Berliner Koalitionspartner in der N24-Sendung "Klartext".
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April 2008: „Lustige Nummer!“ - Sarrazin bei Anne Will zu den Plänen seiner Partei, die Höhe von Manager-Abfindungen zu deckeln.
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Februar 2008: "Wenn man sich das anschaut, ist das kleinste Problem von Hartz-IV-Empfängern das Untergewicht."
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Oktober 2007: "Wer als Hartz-IV-Empfänger genug Kraft für ein Ehrenamt findet, der sollte dann die Kraft darin legen, Arbeit zu finden."
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August 2006: "Der Schutt ist abgeräumt. Wir leben hier nicht mehr im Jahre 1945, sondern wir leben im Jahre 1947."
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November 2003: "Ihr seid alle Arschlöcher." – Sarrazin zu Studenten, die sein Büro besetzt haben.
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November 2002: "Es wird ja so getan, als ob der Senat die Kinder ins Konzentrationslager schicken wollte." – Der Berliner Finanzsenator zur Debatte über höhere Kita-Gebühren.
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Februar 2002: "Die Beamten laufen bleich und übel riechend herum, weil die Arbeitsbelastung so hoch ist."
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Anfang Februar 2002 über den Berliner Etat: "Der Haushalt ist objektiv verfassungsfeindlich." Später zieht er mit seinem Chef Wowereit wegen Haushaltsnotlage vors Bundesverfassungsgericht - vergeblich.
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"Ehe jetzt einer im 20. Stock sitzt und den ganzen Tag nur fernsieht, bin ich schon fast erleichtert, wenn er ein bisschen schwarz arbeitet", sagte Sarrazin in einer N24-Talkshow.
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"Bayerische Schüler ohne Abschluss können mehr als unsere mit Abschluss." So sieht der Noch-Senator das Berliner Bildungssystem.
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"Lassen Sie mich mal so sagen: Der Schutt ist abgeräumt. Wir leben hier nicht mehr im Jahre 1945. Sondern wir leben im Jahre 1947." Sarrazin im August 2006 über die Finanz- und Wirtschaftskraft Berlins.
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2002 sah er die Landesfinanzen so: "Was wir als Haushalt kennen, ist von jeder deutschen, ja auch argentinischen Realität weit entfernt. Der argentinische Haushalt ist von seinen Eckwerten wenigstens durchfinanziert."
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Auch zur Berliner Mentalität und Mode hatte Sarrazin etwas zu sagen: "Nirgendwo sieht man so viele Menschen, die öffentlich in Trainingsanzügen herumschlurfen wie in Berlin." (2002)
Da ist er wieder. So ein Spruch von Thilo Sarrazin, der die Politik
erschüttert. Berlins Finanzsenator schlägt vor, bei steigenden
Energiepreisen auf dicke Pullover zu setzen. Auf diese Art und Weise seien
auch Raumtemperaturen von 15, 16 Grad noch erträglich. Als „Zyniker“, als
Mensch, der keinen „Respekt vor der ...