Berlin

63-Jähriger hält Frau in Wohnung in Neukölln fest

Die Polizei schließt eine Geiselnahme nicht aus

Zu einem dramatischen Polizeieinsatz ist es am Montag in Neukölln gekommen. In einem Mehrfamilienhaus an der Delphinstraße nahe der Sonnenallee hielt ein möglicherweise bewaffneter Mann eine ihm bekannte Frau in einer Wohnung fest, hieß es zunächst. Einsatzkräfte hatten sich am späten Nachmittag wegen einer "Bedrohungslage", was auch eine mögliche Geiselnahme beinhalten kann, in der Nähe der Wohnung postiert. Auch eine schwer bewaffnete Gruppe des Spezialeinsatzkommandos (SEK) stand bereit, unterstützt von einer Hundertschaft der Bereitschaftspolizei. Bis zum Redaktionsschluss dauerte der Einsatz an.

Mit dem Mann solle verhandelt werden, hieß es. "Wir versuchen Kontakt zu ihm aufzunehmen", so ein Polizeisprecher. Bei der Polizei war zuvor ein Notruf wegen Bedrohung eingegangen. Das hatte die Behörde getwittert. Die Polizei machte zunächst keine näheren Angaben. Etwa darüber, ob Forderungen gestellt wurden oder konkrete Drohungen gegenüber der Frau bekannt waren. So wurde auch der Umstand, dass ein 63-Jähriger mit einer Pistole eine 61-jährige Frau in Schach halte, zunächst nicht bestätigt.

"Wir geben während des Einsatzes keine Auskünfte an Medienvertreter, um unser klares Ziel unter keinen Umständen zu gefährden: Die festgehaltene Frau unversehrt in Sicherheit zu bringen", sagte Polizeisprecher Carsten Müller. Bange Stunden des Wartens vergingen, es wurde dunkel, ohne das etwas passierte.

Der Schauplatz des Geschehens lag zwischen der Neuköllner Allee und der Sonnenallee, südlich der Grenzallee und der Ringbahnstrecke der S-Bahn. Südlich davon befindet sich die Kleingartenanlage "Steinreich", die von der Bahntrasse bis an das Grundstück an der Delphinstraße heranreicht, wo die Frau bedroht wurde.

Die Delphinstraße und die Zwillingestraße waren von der Polizei abgeriegelt worden, das SEK hielt sich vom Tatort nicht einsehbar in einer Parallelstraße auf. Anwohner des abgesperrten Einsatzkreises wurden nur nach strikter Kontrolle zu ihren Häusern vorgelassen, mit der Maßgabe, sich unauffällig und direkt in ihr Wohnhaus zu begeben.

Zur Startseite
© Berliner Morgenpost 2017 – Alle Rechte vorbehalten.