Berlin

SPD hat die Wahl: Tim Renner oder Ülker Radziwill

Die Partei muss entscheiden, ob der frühere Kulturstaatssekretär oder die stellvertretende Fraktionschefin um das Direktmandat kämpfen.

Tim Renner oder Ülker Radziwill?

Tim Renner oder Ülker Radziwill?

Foto: dpa/SPD, M: BM

Die SPD in Charlottenburg-Wilmersdorf bestimmt am heutigen Freitag ihren Bundestagskandidaten für die Wahl im September. Die Kreisvertreterversammlung muss entscheiden, ob der Musik-Manager und frühere Kulturstaatssekretär, Tim Renner, oder die Sozialexpertin und stellvertretende Fraktionschefin im Abgeordnetenhaus, Ülker Radziwill, den Kampf um das Direktmandat in der City West aufnehmen. Die SPD rechnet sich gute Chancen aus, den bisherigen Vertreter des Wahlkreises im Bundestag, Klaus-Dieter Gröhler (CDU), dieses Mal zu besiegen. Vor Gröhlers Sieg über Radziwill 2013 war Charlottenburg-Wilmersdorf lange Zeit in den Händen der SPD.

Renner gilt als Favorit

Als Favorit für die Versammlung am Abend im Festsaal des Rathauses gilt Tim Renner. Der Ex-Staatssekretär, für den im neuen rot-rot-grünen Senat kein Platz mehr war, hatte beim nicht verbindlichen Mitgliedervotum den ersten Platz belegt. 29,3 Prozent der 710 Mitglieder, die sich beteiligt hatten, stimmten für Renner. Radziwill wurde zweite, knapp geschlagen mit 27,7 Prozent. Weil keiner der insgesamt fünf Bewerber die absolute Mehrheit der Basis hinter sich bringen konnte, müssen nun die Delegierten entscheiden. In anderen Wahlkreisen, zum Beispiel in Pankow 2013, hatten die offiziellen Parteigremien schon mal Kandidaten auf den ersten Platz gehievt, obwohl dieser in der Basis-Abstimmung nicht vorne gelegen hatte.

Ülker Radziwill ist im Kiez verankert

Für Charlottenburg-Wilmersdorf gilt ein solcher Ausgang der geheimen Abstimmung gleichwohl als unwahrscheinlich. Das Establishment des Kreisverbandes hatte Tim Renner unterstützt, der 2014 vom damaligen Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit zum Staatssekretär berufen worden war und nun seine Themen in der Bundespolitik einbringen möchte. Ülker Radziwill ist anders als Renner seit Jahren in der Lokalpolitik aktiv und im Kiez rund um den Klausener Platz verankert. Führende SPD-Funktionäre gehen jedoch davon aus, dass sie mit Renner bessere Chancen haben, den früheren Baustadtrat Gröhler im Rennen um das Direktmandat zu schlagen. Radziwill hatte 2013 verloren. "Wenn Renner sich SPD-intern durchsetzt, holt er auch den Wahlkreis", so ein führendes Mitglied des SPD-Landesvorstands.

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