Umgestaltung

Das sind die neuen Pläne fürs Kudamm-Karree

Investor Cells Bauwelt will so bald wie möglich mit der Umgestaltung beginnen. Auch die Spielbank Berlin soll hier unterkommen.

Die Front zum Kudamm soll aufgebrochen werden

Die Front zum Kudamm soll aufgebrochen werden

Foto: Kleihues + Kleihues / BM

"Synergieeffekte schaffen", lautete das Zauberwort, mit dem Investor Norman Schaaf die Bedenken der Charlottenburg-Wilmersdorfer Bezirksverordneten zerstreuen wollte. Viele der Mitglieder des Stadtentwicklungsausschusses sorgten sich am Mittwochabend, dass das Kudamm-Karree auch nach den aufwendigen Umbauten nicht mit einem sinnvollen Nutzungsmix zu füllen sei. Doch der Chef von Cells Bauwelt, der extra aus dem Urlaub via Skype in die Sitzung zugeschaltet war, und Götz Kern vom Architekturbüro Kleihues wollen schnell mit der Umsetzung ihrer Pläne beginnen.

Schaaf schwärmte von einem Fahrradparkhaus, das nicht nur Platz für 1000 Fahrräder bieten soll, sondern auch eine kleine Reparaturwerkstatt und Dockingstationen für E-Bikes. Das Hotel an der Lietzenburger Straße soll seinen Gästen Zugang zum geplanten Fitnessstudio gewähren können, Dachterrassen mit Gastronomie versuchen, an die Tradition der ehemaligen Terrassen des Karstadt am Hermannplatz anknüpfen.

Spielbank Berlin zieht vom Potsdamer Platz um

Eine Kita mit 140 Plätzen, flexiblen Öffnungszeiten und einer Freispielfläche, die ebenfalls auf einem Dach ausgewiesen werden soll, würde den rund 4000 Berufstätigen, die nach dem Umbau in den Büros und Geschäften des Gebäudekomplexes arbeiten würden, bei der Unterbringung ihrer Kinder helfen. Deutlich zur Belebung des Kudamms beitragen wird laut Schaaf auch die Spielbank Berlin, die 2020 vom Potsdamer Platz in neue Räume ins Kudamm-Karree ziehen wolle. "Davon profitiert auch das Theater", sagte Schaaf. Damit legte er allerdings den Finger in eine Wunde, die im Bezirk noch nicht verheilt ist. "Wir hätten uns doch sehr gewünscht, dass mindestens eines der historischen Theater erhalten bleibt", sagte Ausschussvorsitzende Susanne Klose (CDU).

Der Kompromiss, der zwischen Kultursenator Klaus Lederer (Linke), dem Investor und Martin Woelffer als Betreiber der Kudamm-Bühnen ausgehandelt worden ist, scheint bei den meisten Bezirksverordneten noch nicht zur Beruhigung der Gemüter geführt zu haben. Sie befürchten, dass auch die neue Bühne, die im Keller des 2500 Quadratmeter großen Hofes vom Investor gebaut wird und über einen 200 Quadratmeter großen Pavillon erreichbar sein soll, nicht dauerhaft gesichert ist. Auch weil das Abgeordnetenhaus dem Kompromiss bisher noch nicht zugestimmt hat, der die Übernahme der künftigen jährlichen Mietkosten von rund 800.000 Euro sicherstellen soll.

Der Mietvertrag kann zwei Mal verlängert werden

Woelffer betonte im Ausschuss, dass er zwar traurig sei, dass die alten Theater nicht zu halten gewesen seien. "Wir sind mit der jetzigen Lösung aber zufrieden", sagte er. Danach erhält er einen Mietvertrag über 20 Jahre mit der zweimaligen Option, jeweils um fünf Jahre zu verlängern. Der Kompromiss sieht zudem vor, dass der Investor Woelf­fer fast 3,3 Millionen Euro für den Innenausbau stellt.

Baustadtrat Oliver Schruoffeneger (Grüne) hat bereits als eine Bedingung angekündigt, dass er den Theaterstandort per städtebaulichem Vertrag und Grundbucheintrag über die in dem Kompromiss vereinbarten 30 Jahre hinaus sichern will. Schaaf hat einen ehrgeizigen Fahrplan aufgestellt. Im Mai will er den Bauantrag einreichen. Im Juni 2021, hofft er, könnte alles fertig sein.

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