Pannen-Flughafen

BER-Aufsichtsrat sucht neuen Flughafenchef

BER-Chef Karsten Mühlenfeld hat das Vertrauen der Gesellschafter verloren. Nun deutet sich Mühlenfelds Ablösung an.

Das Personalkarussell am BER dreht sich weiter

Am BER mussten schon viele Manager den Abflug machen. Eine Übersicht über die Köpfe, die bereits rollten.
Mi, 01.03.2017, 20.43 Uhr

Das Personalkarussell am BER dreht sich weiter

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Wenn am Mittwochabend die Flughafen-Aufsichtsräte zu ihrer eiligst anberaumten Sondersitzung zusammenkommen, könnte das der letzte Auftritt von Karsten Mühlenfeld als Chef der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg sein. Das Vertrauen der Gesellschafter ist in Folge des eigenmächtigen Rauswurfs des BER-Bauleiters Jörg Marks stark strapaziert. Obwohl die endgültige Entscheidung über das weitere Vorgehen am Dienstag noch nicht getroffen war, deutete sich doch Mühlenfelds Ablösung an.

Vor allem der Bund und Berlin sind nicht nur über die Freistellung des Bauleiters verärgert, sondern auch über Mühlenfelds Kommunikation. Noch bei der Aufsichtsratssitzung am 7. Februar hatten die Kontrolleure dem Führungstrio Mühlenfeld, Finanzchefin Heike Fölster und Technikchef Marks das Vertrauen ausgesprochen, trotz der jüngsten Terminverschiebungen am BER. Auf Nachfrage, ob es weitere Probleme gebe, habe der Flughafenchef geschwiegen, hieß es.

Vergangenen Montag, keine zwei Wochen danach, schickte Mühlenfeld eine SMS an einige Aufsichtsräte. Den Vorsitzenden Michael Müller erreichte die Botschaft, dass er am Tag darauf den Technikchef auswechseln werde, aber zunächst nicht. Eilig wurde Mühlenfeld am Dienstagmorgen zum Rapport bestellt, am Mittwoch tagte der Präsidialausschuss. Alle rieten dem ehemaligen Rolls Royce-Manager ab. Mühlenfeld handelte dennoch und verschlimmerte die Lage am Tag danach noch mit einem Zeitungsinterview.

Mühlenfeld habe bis heute nicht den Unterschied verstanden zwischen einem privaten Industrieunternehmen und einem öffentlichen Betrieb, lautet das Urteil im Gesellschafterkreis. Zudem wird angemerkt, dass Mühlenfeld seinen Technikchef wohl ohne Okay des Aufsichtsrates freistellen konnte. Um einen Ersatzmann für 1700 Euro Tagessalär anzuheuern, hätte er aber wohl die Zustimmung der Kontrolleure gebraucht. Der Fall wird juristisch geprüft. Das könnte wichtig sein, wenn man Mühlenfeld nicht seinen bis März 2020 laufenden Vertrag ausbezahlen will. Das würde eine Millionenabfindung bedeuten.

Als Hauptziel der Sitzung am Mittwoch wird nun genannt, die Arbeitsfähigkeit auf der Baustelle zu sichern. So wird erwogen, Marks wieder zurückzuholen. Für den Chefposten wird auch eine Außenlösung geprüft. Wegen der langen Einarbeitungszeit gilt das jedoch nicht als bevorzugte Variante. Wahrscheinlicher ist eine Besetzung mit jemandem, der das Projekt kennt, die wichtige zweite Ebene unterstützt und sofort abkömmlich ist. Ein solches Anforderungsprofil erfüllte etwa Müllers Flughafen-Staatssekretär Engelbert Lütke Daldrup.

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