Berliner Stadtwerke‬‬

200 Millionen Euro werden in das Stromnetz investiert

Es wird immer teurer, das Berliner Stromnetz auf dem neuesten technischen Stand zu halten, es zu modernisieren und zu erweitern.

Der Netzbetreiber, die Vattenfall-Tochter Stromnetz Berlin GmbH, wird in diesem Jahr erstmals mehr als 200 Millionen Euro in das Netz investieren. Das kündigte Stromnetz-Chef Thomas Schäfer am Mittwoch an. Davon fließt rund die Hälfte in den Erhalt der Anlagen, je ein Viertel in die Digitalisierung sowie in die Erschließung zusätzlicher Stadtviertel und neue Anschlüsse. Für die nächsten zehn Jahre geht Schäfer davon aus, dass dieses Niveau beibehalten werden muss. Insgesamt seien 2,1 Milliarden Euro nötig. Die Netzentgelte dürften deshalb mittelfristig leicht steigen, so die Prognose.

Der Manager sagte das vor dem Hintergrund des laufenden Vergabeverfahrens für die Stromnetz-Konzession. Nach einer Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes wird sich die Entscheidung weiter verzögern. Die drei Bieter Vattenfall, die Genossenschaft BürgerEnergie und der landeseigene Betrieb Berlin Energie können nun binnen zwei Wochen ihre Einwände gegen das bisherige Verfahren vorbringen. Die vergebende Stelle bei der Senatsfinanzverwaltung hat zwei weitere Wochen zu einer Erwiderung. Ob man sich auf diesem Wege einigt, ist unsicher. Wenn nicht, dürfte sich die Vergabe weiter hinziehen, womöglich muss das ganze Verfahren noch einmal zurückgesetzt werden. Schäfer machte deutlich, dass Vattenfall seine Rechtsposition vertreten werde, um seine Chancen zu sichern.

Bei Gewerbekunden erste moderne Stromzähler

Unabhängig von der Eigentümerschaft haben sich die Netzmanager auf den Weg der Modernisierung begeben. Die durch die 36.000 Kilometer Kabel geleitete Strommenge ist 2016 erneut leicht gestiegen. Noch 2017 wird die Stromnetz zunächst bei Gewerbekunden erste moderne Stromzähler installieren. Diese zeigen den Kunden an, wann sie wie viel Strom verbrauchen. 2018 sind die "Smart Meter" dran. Diese Geräte melden Daten dem Netzbetreiber, der sie dann etwa anderen Dienstleistern zur Verfügung stellen kann.

Das Netz muss auch fit gemacht werden für die wachsende Zahl der dezentralen Stromproduzenten. So speisten 2016 in Berlin 6148 Fotovoltaikanlagen ihre Produktion ein, 300 mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Blockheizkraftwerke, die Strom und Wärme gleichzeitig aus konventioneller Energie erzeugen, stieg um 190 auf 1395. Der Wettbewerb auf dem Berliner Strommarkt trägt dazu bei, immer neue Mieterstromprojekte ins Leben zu rufen. Hierbei produziert ein Wohnhaus etwa durch eine Solaranlage eigenen Strom, der dann den Mietern im Haus direkt angeboten wird. 200 solcher Modelle gibt es inzwischen in Berlin, 2017 rechnet die Stromnetz GmbH mit weiteren 80.

Lesen Sie mehr zum Thema:

Rot-Rot-Grün will das Berliner Stadtwerk "entfesseln"

Stadtwerke wollen Berliner an der Energiewende beteiligen

Zur Startseite